San Francisco – Am Abend vor seinem ersten Abschlag bei der PGA Championship fühlte sich Martin Kaymer nicht so gut. Deutschlands bester Golfer war gerade auf dem Heimweg vom Abendessen, „aus irgendeinem Grund“, stellte er dabei fest, „war ich nicht happy“. Das komme schon mal vor, diesmal aber habe er sich gedacht: „Ich muss etwas tun, um mich ein bisschen aufzumuntern.“ Im Hotelzimmer angekommen, loggte sich der ehemalige Weltranglistenerste ins Internet ein – und stieg am Tag danach beinahe wie Phönix aus der Asche.
„Ich bin auf YouTube gegangen und habe dieses Video gefunden“, erzählte Kaymer nach seiner herausragenden ersten Runde im TPC Harding Park in San Francisco. Dieses Video zeigt die zweiten Neun seiner Schlussrunde bei der US Open 2014, die der 35-Jährige aus Mettmann in grandioser Manier mit acht Schlägen Vorsprung gewann. Er blicke gerne auf diese Momente zurück, sagte Kaymer: „Ich weiß, man sollte nicht in der Vergangenheit leben, aber wenn dir die Vergangenheit in der Gegenwart hilft, dann nehme ich das.“
Seine Erwartungen an die PGA Championship waren „sehr niedrig, um ehrlich zu sein“. Er habe gewusst, sagte der 128. der Weltrangliste, dass er „okay“ spiele, „aber ich habe etwas gebraucht“: einen Kick, eine Inspiration, einen Mutmacher. Auf dem Par-70-Kurs gelangen ihm von Bahn 17 bis Bahn 2 zunächst drei Birdies, und auf Bahn 5 dann sogar ein Eagle.
„Ich war sehr zufrieden mit meinem Putten“, sagte Kaymer am Ende des ersten Tages, nach dem nur Jason Day (Australien) und Brendon Todd (USA) mit jeweils 65 Schlägen vor ihm lagen: „Das hat mir wirklich diese Runde gerettet.“
Und ein YouTube-Video von Martin Kaymer. sid