LEICHTATHLETIK

Schwanitz vermisst Hilfe in Corona-Krise

von Redaktion

Die frühere Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz hat den Umgang mit Leistungssportlern in der Corona-Krise kritisiert. „Nein, als Leistungssportler hat man keinen Anspruch auf Notbetreuung. Wir sind nicht systemrelevant. Das ist das, wo sich die Katze in den Schwanz beißt, was in Deutschland nicht so funktioniert“, sagte Schwanitz.

Die 34-Jährige ist Mutter von Zwillingen und hätte sich mehr Unterstützung für Berufssportler mit Familien gewünscht. Um sehr gute Leistungen im Job abzurufen, müsse man sich als Profisportler auch das Privatleben gut organisieren können. „Und genau das hat nicht funktioniert“, so Schwanitz. Und weiter: „Das ist auch ein Grund, warum das System Leistungssport in Deutschland immer mehr kaputtgehen wird. Der deutsche Sport möchte keine Familien, weil man mit Familien einen Spagat hinbekommen muss.“

Auch die Zeit nach dem Karriere- ende ist nach Meinung der Sportsoldatin für viele Berufssportler nicht gut organisiert. „Was ich sehr schade finde: Wenn ich mit dem Sport fertig bin, fliege ich aus der Sportfördergruppe raus. Es wäre viel toller, wenn ein Sportler, der so lange Medaillen nach Hause bringt, dann von Deutschland die Chance bekommt, zum Beispiel von der Bundeswehr einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu bekommen.“

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