Braunschweig – Gesa Felicitas Krause stand hinterher völlig bedröppelt im Schatten der Arena. Die Tränen waren schnell wieder getrocknet, aber der Schweiß lief dem Hindernis-Star noch über das Gesicht, und Krause suchte traurig nach einer Erklärung für ihren kraftlosen Auftritt. „Ich bin auch nur ein Mensch“, sagte sie.
Ausgerechnet Krause. Miss Zuverlässig. Die Kämpferin, auf die eigentlich immer Verlass ist. Die WM-Dritte, die Europameisterin – musste bei den deutschen Meisterschaften der Leichtathleten ihr Rennen nach rund 2000 von 3000 m völlig entkräftet aufgeben. „Es fällt mir schwer, das, was passiert ist, in Worte zu fassen“, sagte die 28-Jährige und sprach von einer „großen Enttäuschung“. Sie müsse gestehen, „es ging von Anfang an wenig. Wir waren nicht schnell unterwegs“, so Krause nach dem Rennen im Glutofen: „Aber selbst das Tempo fiel mir verhältnismäßig schwer.“
Krause war als scheinbar unantastbare Favoritin angetreten, um ihren sechsten Titel in Serie zu erringen. Doch es sollte ganz anders kommen. Elena Burkard (28), die erst vor zwei Jahren ihr erstes Hindernisrennen bestritt, kürte sich zur deutschen Meisterin mit 9:50,31 Minuten – eine Zeit, die Krause (Bestzeit: 9:03,30) sonst locker im Training abspult. Ausreden wollte Krause keine gelten lassen. „Ich habe mich nicht verletzt, es sind eher meine Oberschenkel, die heute nicht so wollten, wie ich“, sagte sie. sid