Ruhpolding – Die Party steigt – wenn überhaupt – nur im kleinen Kreis. Ausnahmsweise liegt es aber nicht an Corona, dass Ricco Groß seinen 50. Geburtstag ohne großes Tamtam verbringen wird. „Wir haben mit dem Team am Wochenende Testwettkämpfe“, sagt der Trainer von Österreichs Biathleten vor seinem Jubiläum an diesem Samstag, „die sind wichtiger als irgendwelche Feiern“.
Groß ordnet also mal wieder alles dem Erfolg unter – ziemlich genau so hatte er es ja schon während seiner aktiven Zeit gehandhabt. Der Ehrgeiz und die Leidenschaft zahlten sich aus: Mit vier Olympiasiegen, neun Weltmeister-Titeln und insgesamt 28 Medaillen bei Großereignissen gehört der in Sachsen geborene Ruhpoldinger zu den Legenden seines Sports. Nur den Gesamtweltcup hat der Familienvater – Groß hat drei Söhne – nie gewonnen, Platz zwei in der Saison 1997/98 war am Ende das Höchste der Gefühle.
Ob ihm der ganz große Wurf vielleicht doch gelungen wäre, wenn er ein paar Dinge anders gemacht hätte? Schwer zu sagen, denn so viel war seiner Meinung nach rückblickend betrachtet ja gar nicht verkehrt gewesen. Kleinigkeiten vielleicht: „Ich hätte vielleicht ein oder zwei Schüsse mehr treffen können“, sagt Groß.