München – So sauer hat man Bundestrainer Joachim Löw selten erlebt. Das hatte nichts damit zu tun, dass seine Mannschaft in der 96. Minute den 1:1-Ausgleich gegen Spanien kassierte. Es lag einzig und alleine an der Entscheidung der UEFA, dass bei den Nations-League-Partien nur noch drei statt wie bisher in den Ligen und europäischen Wettbewerben fünfmal gewechselt werden darf. „Die ganze Zeit hat es fünf Wechsel gegeben. Wenn nicht jetzt, wann dann? Dabei hätte es jetzt Sinn ergeben, weil manche Spieler direkt aus dem Urlaub zurückkehren. Als Trainer bin ich deshalb nicht sehr glücklich“, schimpfte Löw im ZDF.
Bei der anschließenden Pressekonferenz redete er sich weiter in Rage: „Man hätte sagen können: Fünf Wechsel machen Sinn. Weil einige Spieler von uns und auch von den Spaniern sind auf dem Zahnfleisch gelaufen.“ Einmal in Fahrt, übte der Bundestrainer auch Kritik am eigenen Verband. Hintergrund: Der DFB hat zusätzlich zu den Pflichtspielen im Herbst noch jeweils ein Freundschaftsspiel in die Länderspielperiode gepackt. „Ich bin mit einigem in der Form nicht unbedingt einverstanden. Drei Spiele im Oktober in zehn Tagen halte ich nicht für sinnvoll bei der ganzen Geschichte, die war. Und drei Spiele im November, da hätten zwei gereicht. Mit so einer jungen Mannschaft, die manchmal auch wieder neu zusammengesetzt ist, braucht man ein paar Trainingseinheiten.“ bok