FC Bayern bereitet Fan-Rückkehr vor

von Redaktion

Hygienekonzept für maximal 24 000 Zuschauer vorgestellt – Gesundheitsamt war schon da

VON JONAS AUSTERMANN

München – Die Bundesligisten fiebern der Fan-Rückkehr entgegen – auch der FC Bayern. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erklärt: „Fußball ist eine lebendige Kultur, die für Atmosphäre und Emotion steht – und dafür brauchen wir Zuschauer in den Stadien. Der FC Bayern wünscht sich, Spiele wieder mit Zuschauern organisieren zu dürfen.“ Um alle Corona-Auflagen zu erfüllen, erarbeitete der Rekordmeister – allen voran Vorstandsmitglied Jan-Christian Dreesen – ein 50-seitiges Hygienekonzept; es wurde bereits bei einer Stadionbegehung mit dem städtischen Gesundheitsamt vorgestellt. Am Freitag präsentierte der FCB nun in einem Video, wie der Stadionbesuch schon bald wieder klappen könnte. Unsere Zeitung stellt den Rückkehr-Plan vor.

Anreise: Das Konzept ist für die Anfahrt mit dem eigenen Auto ausgelegt, um bereits im Vorfeld auf Nummer sicher zu gehen. Fans dürfen maximal zu viert in einem Pkw kommen. „Mit der Einladung oder Ticket-Verlosung zum Spiel wird allen Fans gesagt, dass beim Aussteigen aus dem Auto eine Maske getragen werden muss. Wir haben eine Maskenpflicht bis zur Einnahme des Sitzplatzes“, erklärt Dreesen. Die Parkhäuser werden zwei bis drei Stunden vor Spielbeginn öffnen, um Fan-Ansammlungen zu vermeiden. Alleine im Bereich der Parkhäuser P1 bis P3 werden statt der sonst üblichen sieben Ausgangstreppen 27 zur Verfügung stehen – den Not-Treppen sei Dank.

Einlasskontrolle und Wegführung: Die Zahl der Ordner wird selbstredend angepasst, aber Dreesen betont: „Wir werden weiterhin die Sicherheit gewährleisten, Taschen-kontrollen vornehmen und vereinzelt auch Personenkontrollen.“ Das Sicherheitspersonal trägt Mundschutz sowie Handschuhe und muss sich regelmäßig desinfizieren. Die Eintrittskarten sind entweder als mobile Tickets für das Handy oder zum Ausdrucken daheim erhältlich. Beide Varianten lassen sich kontaktlos einscannen. Für die Fans werden zahlreiche Desinfektionsmittel-Spender im Eingangsbereich aufgestellt. Nach der Einlasskontrolle soll es zu jedem Sitzplatz eine klare Wegführung geben, die Arena wird dafür in feste Sektoren unterteilt. „Wir haben es ausschließlich mit Dauerkarten-Inhabern zu tun und nicht mit Tagesticket-Fans, die womöglich zum ersten Mal im Stadion sind. Das führt dazu, dass die Leute nicht suchend umherlaufen, sondern einen direkten Weg nehmen können“, sagt Dreesen.

Sitzplatz: Die Arena bietet normalerweise Raum für 70 000 Sitzplätze. Berücksichtigt man den Corona-Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Metern, besteht laut Dreesen die Möglichkeit, maximal rund 24 000 Fans ins Stadion zu lassen. „Wir sagen aber nicht, dass wir mit 24 000 Zuschauern anfangen müssen. Wir sind glücklich, wenn wir mit 5000 anfangen können“, erklärt der Bayern-Vorstand. Es würden auch weiterhin – dem DFL-Hygienekonzept entsprechend – nur Sitzplätze und keine Stehplätze angeboten.

Kioske und Bezahlung: Vor den Essens- und Getränkeständen zeigen Markierungen auf dem Boden den Mindestabstand an, außerdem ist nur kontaktloses Bezahlen möglich. Dreesen erklärt: „Wir wollen auch dort möglichst alles, was man anfassen kann, vermeiden.“ In der sich zuspitzenden Diskussion um die Fan-Rückkehr setzen die Bayern-Bosse (noch) auf kontrollierte Offensive. „Wir möchten gerne wieder mit Zuschauern spielen, aber wir fordern nichts“, sagte Dreesen. „Wir müssen gemeinsam mit der Politik und den Entscheidern den nächsten Schritt gehen.“ Vorstandschef Rummenigge hingegen erklärte: „Auch der FC Bayern steht für Qualität, und wir bitten um Vertrauen, gelebte Fußballkultur auch wieder in München zuzulassen.“

Artikel 1 von 11