Rummenigge: Bayern steht „Eins plus“ da

von Redaktion

FCB-Boss: Nachhaltige Triple-Euphorie

München – Karl-Heinz Rummenigge, 64, schwebt noch im Triple-Himmel. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern genoss die Auszeit nach der äußerst erfolgreichen Spielzeit seines Clubs wie üblich im Feriendomizil auf Sylt. „Wir haben eine Saison gespielt, da wäre der Song Feels like Heaven angebracht“, sagt er im Interview mit dem Vereinsmagazin 51. Außerdem sprach Rummenigge über . . .

. . . die nächsten Ziele: „Ich werde nicht den Fehler machen und sagen: Wir müssen dieses Triple sofort wiederholen. Bisher ist es nur Real Madrid gelungen, die Champions League zu verteidigen – man sieht, wie schwer das ist. Eines können wir dennoch klar festhalten: Wir haben eine tolle Mannschaft mit einem tollen Trainerteam um Hansi Flick und sind für die Zukunft top aufgestellt.“

. . . die Saison 2020/2021: „Zum Saisonstart werden alle Uhren wieder auf null gestellt sein. Wir dürfen bei aller Euphorie nicht vergessen, dass wir vor einer Saison stehen, die so viel Stress wie nie zuvor für die Spieler bedeutet. Die Pause bis zum Auftakt ist kurz, es gibt viele Englische Wochen, und zum Abschluss steht die EM an. Wir müssen in Zusammenarbeit mit den Verbänden dafür sorgen, dass die Spieler am Ende nicht auf dem Zahnfleisch daherkommen.“

. . . eine mögliche Bayern-Ära: „Zum Thema Ära habe ich meinen eigenen Standpunkt, nämlich den, dass wir schon länger eine Ära hier beim FC Bayern erleben: acht Meisterschaften in Serie, seit Jahren permanent in Europas Spitze, gerade haben wir im UEFA-Club-Ranking Real Madrid von Platz eins verdrängt. Unser Club steht „Eins plus“ da – aber das müssen wir immer wieder aufs Neue bestätigen. Man darf sich im Fußball nicht ausruhen.“

. . . das besondere Teamgefüge: „Die Spieler in dieser Mannschaft haben ein ganz besonderes Gefühl untereinander entwickelt, sie leben eine Empathie, wie ich es noch nie gesehen habe: Da stehen wie bei Sepp Herberger im Grunde tatsächlich elf Freunde auf dem Platz. Da arbeitet einer für den anderen.“

. . . Spekulationen, dass Hansi Flick abgeworben werden könnte: „Das kostet uns ein müdes Schmunzeln. Solange der entsprechende Vertrag nicht ausläuft, liegt das Heft des Handelns bei uns. Und wer verlässt schon so einfach einen amtierenden Champions-League-Sieger? Der FC Bayern ist eine sehr gute Adresse. Das wissen die Spieler auf der ganzen Welt.“

. . .  die Möglichkeit, schon jetzt als Vorstands-Chef aufzuhören: „Ich habe einen Vertrag bis 31. Dezember 2021 – und bei aller Triple-Euphorie muss ich leider klarstellen, dass auch wir vor einer wirtschaftlich sehr herausfordernden Saison stehen. Da möchte ich mich verantwortungsvoll einbringen.“

. . . eine Reform der Champions League: „Ab 2024 sind Reformen möglich, weil dann neue Rechte verhandelt werden. Der UEFA und uns allen hat dieses Turnierformat ausgesprochen gut gefallen; dieser Thrill war elektrisierend. Ich glaube, bei der UEFA hat es ,klick’ gemacht. Bisher war da oft der Tenor: Mehr Spiele bringen mehr Geld. Jetzt wurde registriert: Wenn das Produkt top ist, kommt das Geld automatisch. Dieses Turnier war der Beweis, dass der Fußball in schweren Zeiten weiterhin sehr lebendig ist.“

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