Studie: In Tokio teuerste Spiele aller Zeiten

von Redaktion

Tokio – Die wegen der Corona-Pandemie auf das nächste Jahr verschobenen Olympischen Spiele sind einer Studie zufolge schon jetzt die teuersten in der Geschichte der Sommerspiele. Die Kosten belaufen sich der britischen Universität Oxford zufolge auf rund 16 Milliarden Dollar und liegen damit schon jetzt über denen für die Spiele 2012 in London, wie der Autor der Studie, Bent Flyvbjerg, sagte. Die Spiele in der britischen Hauptstadt waren mit rund 15 Milliarden Dollar bislang die teuersten, die je stattfanden. Flyvbjerg rechnet mit weiteren Milliarden-Kosten in Tokio wegen der Verschiebung der Spiele.

Ein Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees wies die Einschätzungen der Oxford-Forscher zurück. Die Studie gehe von falschen Annahmen aus und vermische unzulässig die Etats der Spiele-Organisatoren mit den Infrastrukturausgaben von Stadt, Region und dem japanischen Staat. Die Kosten für die Infrastruktur kämen aber bei weitem nicht allein den Sommerspielen zugute, sondern wären vielmehr Teil des olympischen Erbes, das in der Studie unberücksichtigt bliebe, hieß es vom IOC.

Nach Angaben der Oxford-Wissenschaftler gäben Tokios Olympia-Macher die Kosten mit 12,6 Milliarden Dollar an. Als Tokio den Zuschlag für die Spiele erhielt, hatten Japans Olympia-Organisatoren die erwarteten Kosten auf 7,3 Milliarden Dollar beziffert. In der Oxford-Studie wird auch kritisiert, dass die Olympia-Ausrichter generell oft falsche Angaben zu den Kosten machten. Man könne sich nicht darauf verlassen, dass Regierungen, Organisatoren oder das IOC Informationen über die tatsächlichen Kosten bereitstellen. Viele Kosten würden verheimlicht.

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