Blaue Senkrechtstarter

von Redaktion

2007 und 2012 folgten Auftaktsiegen der Löwen echte Serien: Ein motivierender Blick zurück

VON LUDWIG KRAMMER

München – Auswärtssieg, verdient, trotzdem auch mit dem Glück des Tüchtigen zustande gekommen. Viel besser hätte der Saisonstart für den TSV 1860 nicht laufen können. „Die Tabellenführung ist natürlich eine schöne Momentaufnahme, aber wichtiger ist, dass wir nicht von Anfang der Musik hinterherlaufen. Wir wissen, dass wir uns noch steigern müssen“, meinte Stefan Lex zuletzt im Interview. Exakt so schaut’s aus. Und bevor’s am Samstag (14 Uhr, Bayeriches Fernsehen und MagentaSport) mit dem Heimspiel gegen Magdeburg weitergeht, sei an die besten Starts der jüngeren Vergangenheit der Löwen erinnert.

Können die Köllner-Löwen die Bilanz der Kurz- und Maurer-Löwen knacken? Die ersten Wetten in Löwen-Fankreisen sind bereits abgeschlossen. Saison 2007/08: „Unwirklich“ dürfte es wohl am besten beschreiben, was sich an diesem 12. August 2007 im Augsburger Rosenaustadion zutrug. Nach zwei demütigenden 0:3-Niederlagen aus der Vorsaison besiegten die von Marco Kurz trainierten Löwen den FCA mit sage und schreibe 6:2. Berkant Göktan, dreimal Antonio Di Salvo, Daniel Bierofka und Lars Bender schossen die Tore vor 28 000 Zuschauern, Torben Hoffmann leistete sich einen vergebenen Elfmeter. Sechs Spieltage lang blieben die Sechziger seinerzeit ungeschlagen, holten dabei vier Siege und grüßten von Platz eins der Zweitliga-Tabelle. Dann begann mit einem 0:3 in Mainz der Sinkflug. Das Ende vom Lied: Rang elf. Und in Uwe Wolf bald ein neuer Trainer…

Saison 2012/13: Dieses Mal hielt die Serie noch zwei Runden länger. Acht Spiele lang blieben die Löwen von Trainer Reiner Maurer ungeschlagen, bis ein 0:3 bei Hertha BSC den Lauf jäh beendete. Dem mühsamen 1:0 gegen Aufsteiger Jahn Regensburg zum Auftakt vor 45 300 Zuschauern in der Arena ließen die Sechziger mit Kapitän Benny Lauth Dreier gegen Duisburg, Ingolstadt und Sandhausen folgen, dazu vier Unentschieden, die dem Projekt Aufstieg ein paar relativierende Kratzer in den Lack ritzten. Nach dem Hertha-Dämpfer schlug das Pendel umgehend in die andere Richtung aus, zum Ende der Hinserie betrug der Abstand zum oberen Relegationsplatz bereits sieben Zähler – Euphorie verpufft.

So soll es dieses Mal nicht laufen. Die junge Mannschaft wirkt stabil, geerdet und dank den erfahrenen Zugängen Stephan Salger und Martin Pusic gut austariert. Dazu lässt Trainer Köllner mit seiner positiv-ironischen Art jede Spinnerei ins Leere laufen: „Normalerweise heißt es: Jetzt verpflichten wir einen Brasilianer“, sagte er am Samstag nach dem 3:1 in Meppen. „Wir werden weiter trainieren müssen, damit wir gegen Magdeburg überhaupt eine Chance haben.“ Stefan Lex weiß als spielender Löwen-Fan eh Bescheid: „Um die Hochstimmung bei 1860 aufrechtzuerhalten, muss man eh jedes Wochenende gewinnen.“

Artikel 3 von 11