Havertz wirbelt, hinten wackelt sogar Neuer

von Redaktion

EINZELKRITIK: Die deutsche Offensive lässt hoffen, die Abwehr bereitet weiter Sorgen

VON MANUEL BONKE

Manuel Neuer: Ungewohnt wackeliger Auftritt des Torhüters. Vorm 0:1 rief er noch „Torwart“, obwohl er meterweit vom Ball entfernt war. Nachdem die Schweizer ein halbhohes Zuspiel von ihm abfingen, wäre fast ein weiteres Gegentor gefallen. Note: 4

Lukas Klostermann: Der Rechtsverteidiger wirkte gegen die giftigen Schweizer mit ihrer aggressiven Spielweise auf der rechten Seite häufig überfordert. Seine Flanken und Hereingaben kamen aus aussichtsreichen Positionen zu ungenau. Note: 4 Matthias Ginter: Beim 0:2 trug Ginter wegen seines schlechten Stellungsspiel eine Mitschuld. Immerhin brachte er viele hohe Bälle aus dem Halbfeld in den Schweizer Strafraum und belebte dadurch das deutsche Offensivspiel. Note: 4

(ab 77. Emre Can, ohne Bewertung).

Antonio Rüdiger: Seine zappelige Spielweise im Zweikampf und bei der Spieleröffnung ist Nichts für Fußball-Ästheten. Der Innenverteidiger war an allen Gegentreffern direkt oder indirekt beteiligt. Note: 5

Robin Gosens: Beinahe hätte Gosens mit einem gefühlvollen Außenrist-Schlenzer sein erstes Länderspieltor erzielt. Sein Offensivdrang auf dem Platz ist spürbar, darunter leidet allerdings die Diszipliniertheit in der Rückwärtsbewegung. Seine Einsatzbereitschaft ist ohne Zweifel groß. Note: 4

(ab 58. Marcel Halstenberg: Fügte sich ohne Probleme ins

Spiel ein. Note: 3)

Leon Goretzka: Die größte Stärke des Mittelfeldspielers: Aus der Tiefe des Raumes in die gegnerische Abwehr stoßen. Das tat Goretzka gestern regelmäßig – allerdings fehlte immer wieder der letzte Schuss Entschlossenheit. Note: 3

Joshua Kimmich: Einmal pfiff Kimmich die Schweizer Ersatzspieler auf der Tribüne zusammen, nachdem sie den Ball nicht gleich wieder aufs Spielfeld warfen. Mindestens genau so aggressiv war er bei seinem 50. Länderspieleinsatz für den DFB auch auf dem Platz. Note: 3

Toni Kroos: Nach Kimmich der nächste Jubilar: Kroos absolvierte sein 100. Länderspiel. Er war Dreh- und Angelpunkt im deutschen Spiel – und somit der absolute Ballmagnet. Beispiel gefällig? Bereits nach 30 Minuten hatte er schon 70 Ballkontakte. Allerdings unterlief ihm vorm 0:2 einer seiner seltenen Abspielfehler. Note: 3

Kai Havertz: Körperlich konnte der 100-Millionen-Mann gegen die robusten Schweizer problemlos mithalten. Lässt da schon die Premier-League-Spielweise grüßen? Sein Zuspiele in die Spitze kamen messerscharf und punktgenau. Wie bei der Torvorlage zum 1:2-Anschluss. Das 2:2 erzielte er nach einem herrlichen Sololauf über die rechte Seite. Note: 2

(ab 77. Julian Draxler, ohne Bewertung).

Timo Werner: Mit einem Tor und einer Torvorlage war der Arbeitstag von Werner durchaus effektiv. Auch wenn er sonst wenig im deutschen Spiel integriert war. Note: 2

Serge Gnabry: Sein Hackentor zum 3:3 war zum Zungeschnalzen. Ansonsten blieb Gnabry meist im Dribbling hängen und kam nicht zum Torabschluss. Note: 3

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