Es fehlt ein bisschen von allem

von Redaktion

Real schlittert vor dem Clasico in die Krise – und Zidane ist ratlos: „Schlechte Nacht“

Madrid – Zinedine Zidane kratzte sich kurz nachdenklich am Kopf, ehe er mit ruhiger Stimme und leerem Blick ein vernichtendes Urteil fällte. „Uns fehlt ein bisschen von allem“, sagte der Trainer von Real Madrid nach der Champions-League-Blamage gegen Schachtjor Donezk: „Vor allem unser Selbstvertrauen, was das Wichtigste ist.“ Ausgerechnet vor dem Clasico beim FC Barcelona schrillen bei den Königlichen alle Alarmglocken.

Mit der 2:3-Heimpleite gegen das coronabedingt letzte Aufgebot des ukrainischen Serienmeisters ist der spanische Champion in seine erste Krise der Saison geschlittert. Wie schon wenige Tage zuvor bei der 0:1-Heimniederlage in der Liga gegen Aufsteiger FC Cadiz ließ der Königsklassen-Rekordchampion defensiv wie offensiv alles vermissen. Halbherziges Pressing, ungewohnte Schwächen im Passspiel und dazu gravierende individuelle Fehler in der Abwehr: Gerade in der ersten Halbzeit wurden die Madrilenen von einem Gegner mit bescheidenen Mitteln nahezu vorgeführt, der 0:3-Pausenrückstand war fast noch schmeichelhaft. „Ein schlechtes Spiel, eine schlechte Nacht“, bilanzierte Zidane.

Der französische Startrainer stellte sich dennoch schützend vor seine Spieler. „Wir verdienen die Kritik, wir alle, und ich zuerst“, sagte der 48-Jährige: „Ich bin der Trainer, ich muss die Lösung finden. Ich habe sie aber nicht gefunden, und deshalb war es schwierig für meine Spieler.“ Auch wenn Zidane noch vom Kredit seiner ersten Amtszeit mit drei Champions-League-Siegen in Serie zehrt, kommt in der spanischen Medienlandschaft langsam leise Kritik auf.

„Tatsächlich könnte der Druck für Samstag (16.00 Uhr/DAZN) nun kaum größer sein. „Wir wissen, wo wir stehen, und müssen die Probleme jetzt sofort angehen“, sagte Zidane.  sid

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