„Wecken Sie mich nicht auf …“

von Redaktion

Bayerns Basketballer reisen als Euroleague-Tabellenführer zu Ex-Champion Real Madrid

VON PATRICK REICHELT

München – Nun haben sich die Basketballer des FC Bayern also mal wieder auf Reisen durch Europa begeben. Damit haben sie bislang in dieser Saison ja ganz gute Erfahrungen gemacht. Nicht nur, weil man vom Virus bislang unbehelligt geblieben ist. Von bislang drei Auftritten in Berlin, Tel Aviv und Istanbul brachten sie ausnahmslos Siege mit.

Was die Bayern im heutigen Auftritt bei Real Madrid (21 Uhr) in eine so noch nicht dagewesene Situation bringt. Man tritt als Spitzenreiter beim ordentlich fehlgestarteten Tabellensechzehnten an. Trainer Andrea Trinchieri fühlt sich derweil noch wie im Traum: „Wecken Sie mich nicht auf!“ Und geht es nach Kapitän Nihad Djedovic, dann muss die starke Serie auch nicht abreißen: „Wir wissen, dass wir gegen jeden das Zeug haben, zu gewinnen.“

Zumindest sieht es längst nicht mehr nach Zufall aus, was die Bayern da in Europa abliefern. Keine Frage: Hauptgrund für den Aufschwung ist, dass die Kaderplaner um Sportchef Daniele Baiesi bessere Arbeit geleistet haben als noch im Vorjahr. Der Italiener äußerte sich zuletzt auch selbst entsprechend zufrieden. „Es ist wie bei einem Schneider. Du nähst einen Anzug zusammen, dann schaust du in den Spiegel und siehst dich selbst.“ Ein Anzug, aus dem neben dem unverwüstlichen Vladimir Lucic vor allem zwei Bestandteile herausstechen: Center-Athlet Jalen Reynolds bringt den Bayern endlich die Präsenz unter dem Korb, die man zuletzt so schmerzlich vermisste. Und dann ist da der jugendlich-dynamische Spielmacher Wade Baldwin, dem viele zutrauen, eines der prägenden Gesichter der Euroleague zu werden. „Ihn wollten wir nicht umsonst schon im letzten Jahr haben“, sagte Geschäftsführer Marko Pesic dieser Tage dem Club-TV.

Wobei es den Bayern sicher auch in die Karten spielte, dass sie bislang unbeschadet durch die Pandemie kamen. Seit dem Trainingsauftakt konnte Trinchieri weitgehend unbehelligt mit seiner Mannschaft arbeiten. Gegner Real Madrid dagegen, schon im Frühjahr der erste Basketball-Club mit Corona-Fall, traf es bereits. Zuletzt wurde der Ex-Bamberger Fabien Causeur positiv getestet.

National ist das Team von Trainer-Dauerbrenner Pablo Laso auch dank eines günstigen Spielplans Spitze. Vor allem international kam das Ensemble um die zwar namhaften aber eben auch langsam in die Jahre gekommenen Rudy Fernandez (35) oder Sergio Llull (32) bislang überhaupt nicht in Tritt. Vier Niederlagen musste Real schon einstecken, drei davon gegen die spanischen Rivalen aus Baskonia, Valencia und Barcelona, der bislang einzige Sieg glückte gegen die Corona-gerupfte Rumpftruppe von Khimki Moskau, die man mit 94:85 bezwang.

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