London/Hamburg – Selbst in Lockdown-Zeiten war der altehrwürdigen Londoner Times die Demenz-Erkrankung von Sir Bobby Charlton ein großflächiges Foto auf Seite eins wert, die Konkurrenz vom Daily Telegraph reagierte ähnlich: In einer schwierigen Phase der Pandemie löste diese schockierende Nachricht im Mutterland des Fußballs große zusätzliche Betroffenheit aus.
„Ein weiterer Held unserer Weltmeistermannschaft von 1966 leidet am Demenz. Vielleicht sogar der Größte von allen. Das macht mich traurig“, twitterte Ex-Nationalspieler Gary Lineker betrübt. Erst am Freitag vergangener Woche war mit Charltons Teamkollegen Nobby Stiles ein weiterer an Demenz erkrankter Ex-Profi gestorben.
Dass nicht nur die ältere Generation, die den Triumph von Wembley vor 54 Jahren bewusst miterlebte, den 83-Jährigen bis heute als außergewöhnlichen Menschen und Fußballer wahrnimmt, machte die Reaktion des aktuellen Nationalspielers Marcus Rashford deutlich: „Sir Bobby, du bist mein Held! Bleibe stark, wir lieben Dich.“ Der 22-Jährige ist der aktuelle Topstar bei Manchester United, der Klub, der für den einstigen Mittelfeldspieler eine zweite Familie war.Seit 2016 ist die Südtribüne im Old Trafford nach der Vereins-Ikone benannt.
Nachdem Charltons Ehefrau Norma die Erkrankung ihres Mannes am Sonntag öffentlich gemacht hatte, bot der englische Rekordmeister umgehend seine Unterstützung an. „Jeder bei uns ist betrübt, dass diese schreckliche Krankheit Sir Bobby Charlton heimgesucht hat“, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme.
Ihm droht nun das gleiche Schicksal wie seinem Bruder Jack, der im Juli starb, auch er war an Demenz erkrankt. Er wurde 85 Jahre alt.