HEINRICH HEUTE
Querdenker und Corona-Schwurbler haben ihre Demo auf der Münchner Theresienwiese zum „Gottesdienst“ umfunktioniert. Denn dann gelten die Corona-Gebote nicht. Die Polizei hielt sich zurück, „da Inhalte und der Charakter eines Gottesdienstes erkennbar waren“. Kein Wunder, dass nun auch Fußballclubs darüber nachdenken, ihre Spiele als Gottesdienste zu veranstalten. So können die Gläubigen doch wieder in den Allianz-Dom pilgern. Fußball ist ja ohnehin eine Art Sport-Messe. Es wird inbrünstig gesungen und gebetet (bei Rückstand). Man glaubt an Wunder. Lahme können plötzlich wieder gehen (Neymar) und Blinde wieder sehen – zumindest, wenn sie nicht für Schalke 04 spielen. Die Gemeinde verwandelt Bier in Wasser, und es gelten die Worte aus dem Matthäus-Evangelium. Der FC Bayern kann und muss von den Querdenkern lernen: „Unser tägliches Rot gib uns heute!“