HEINRICH HEUTE
Man muss Jesse Marsch, dem Trainer von Red Bull Salzburg, höchsten Respekt zollen. Er hat nach dem 2:6 gegen den FC Bayern das Spielfeld ohne Murren verlassen und die Niederlage klaglos anerkannt. Und das, obwohl er US-Amerikaner ist. Uns fällt ein Landsmann ein, der in solchen Situationen ganz anders reagiert. Wenn Marsch so ticken würde wie Donald Trump, hätte er gewütet: „Wir bleiben auf dem Spielfeld!“, „Wir wollen die Tore nachzählen lassen!“ und „Wir sind der Sieger, für uns gilt der Stand nach der 4. Minute!“ Oder auch: „Alles ab der 80. Minute wird nicht mehr gezählt!“ Trump hätte wegen „klarer Ballmanipulation“ getobt und das UEFA-Sportgericht entscheiden lassen, das er davor nach seinen Wünschen besetzt hat. Gottlob ist wenigstens im Fußball nach der 90. Minute klar, wer gewonnen hat. Wir danken Jesse Marsch! Make Salzburg Great Again!