„Situation, in der es kein Zurück mehr gibt“

von Redaktion

Bayern-Basketballer wollen gute Bilanz gegen Belgrad ausbauen – Messina fordert Euroleague-Pause

VON NICO-MARIUS SCHMITZ

München – Für Marko Pesic ist die Sache völlig klar. „Wir sind jetzt in einer Situation, in der es kein Zurück mehr gibt“, sagte der Geschäftsführer der Bayern-Basketballer. Die Zeit zum Durchschnaufen bei den Münchnern ist vorbei. Nach einer Woche ohne Spiel wird die Belastung nun wieder hochgeschraubt. Am Freitag ist Belgrad im Euroleague-Duell zu Gast im Audi Dome (20.30 Uhr), am Sonntag reist Rasta Vechta zur ersten Partie der neuen BBL-Saison in den Süden (18.00 Uhr).

Doch um jene Euroleague, den wichtigsten Wettbewerb im europäischen Basketball, gibt es aktuell Diskussionen. Mailands Trainer Ettore Messina forderte in einem Offenen Brief, dass die internationalen Spiele für die nächsten vier Monaten pausieren und erst nur in den nationalen Ligen gespielt werden soll. Bislang mussten in der Euroleague schon zahlreiche Duelle aufgrund von positiven Corona-Fällen abgesagt oder verschoben werden. „Mehr und mehr Ergebnisse werden davon abhängig sein, wer mehr Glück hat und weniger Infektionen in seinem Team vorfindet“, sagt Messina.

Pesic sieht es anders: „Man kann jetzt die Ligen nicht mehr aufteilen und erst den einen, dann den anderen Wettbewerb spielen. Theoretisch macht das meiner Meinung nach zu dem jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn, es sorgt nur für Unruhe, die wir nicht gebrauchen können.“

Heute findet eine Telefonkonferenz zwischen der Euroleague und Vertretern der nationalen Ligen statt. Dass der Wettbewerb erst mal pausiert, war Stand gestern jedoch unwahrscheinlich.

Die Bayern haben beim Spiel gegen Belgrad die Chance, die bislang positive Bilanz weiter auszubauen. Von den ersten sechs Partien konnte das Team von Coach Andrea Trinchieri vier gewinnen. „Das hat mich schon einigermaßen überrascht. Erst recht, dass wir auch die Auswärtsspiele in Istanbul und Tel Aviv gewonnen haben“, sagt Nihad Djedovic. Der Kapitän fügt jedoch sofort an: „Wenn man sich die Spiele danach noch mal angesehen hat, war es keine Überraschung mehr, wir spielen bislang einen sehr guten Basketball.“

Doch die internationalen Duelle sorgen aufgrund der vielen Reisen auch für große Herausforderungen: „Klar ist das anstrengend. Es herrscht enormer Druck aktuell. Nicht nur für uns Basketballer, sondern für jeden Menschen auf dieser Welt. Speziell, wenn du reisen musst und dann nach Hause kommst, wo deine Familie auf dich wartet“, sagt Djedovic. Der 30-Jährige lobt jedoch das gute Hygienekonzept der Bayern und der Euroleague.

Derzeit herrscht nicht nur im Basketball viel Planungsunsicherheit. Doch in einem sind sich die Trainer der BBL einig: Der Titel geht in dieser Saison nur über Alba Berlin oder die Münchner. Zwölf Coaches stimmten in einer Umfrage vor Start der neuen Spielzeit für den FCBB, zehn für Alba. Doch das wird die Münchner nicht interessieren. Erst kommt Belgrad – der fünfte Sieg soll her.

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