Warnschüsse Richtung Dortmund

von Redaktion

Sechs Bayern-Tore in Salzburg – Maßstab fürs Topspiel: „Ziehen weiter durch“

VON JONAS AUSTERMANN

Salzburg – Der am Ende klare und ebenso turbulente 6:2-Auswärtssieg in Salzburg war keine zehn Minuten alt, als sich der FC Bayern schon wieder der Vorbereitung auf die nächste Aufgabe widmete. Leroy Sané gab noch ein TV-Interview, aber hinter ihm ging es schon wieder auf dem Rasen zur Sache. Die Startelf lief sich gemütlich aus, während die Ersatzkräfte durch den Salzburger Regen sprinten mussten.

„Wir haben heute schon die Regeneration gemacht und ein paar Läufe für die Spieler, die weniger eingesetzt wurden“, erklärte Hansi Flick. Der volle Fokus des Rekordmeisters galt wenige Minuten nach Abpfiff bereits dem Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund (Sa., 18.30 Uhr/Sky). „Die Vorfreude ist da“, meinte der Münchner Cheftrainer – auch ihm waren die letzten schlauchenden Wochen dabei allerdings anzumerken.

Die finden in Dortmund nun ihren Höhepunkt und Abschluss zugleich. Und der FC Bayern sendete vor dem nationalen Kräftemessen – die beiden Clubs liegen punktgleich an der Spitze –ein klares Zeichen. Flicks Elf ließ es pünktlich zu dessen einjährigem Dienstjubiläum nämlich offensiv im Schlussspurt richtig krachen. Nach den sechs Toren in Salzburg kommen die Bayern in den bisherigen neun Partien in Liga und Champions League auf satte 36 Treffer – macht vier im Schnitt. Von solchen Zahlen können die Konkurrenten europaweit nur träumen.

Flick wird bei seiner Philosophie bleiben, auch gegen den vermeintlich stärksten Gegner in der Bundesliga. „Die Idee, wie wir Fußball spielen wollen, werden wir durchziehen, aber schon auf Dortmund anpassen“, sagte er. Die Schwarz-Gelben hingegen kommen bisher mit ganz anderen Stärken daher als die Münchner. Das Team von Lucien Favre hat in sechs Ligaspielen erst zwei Gegentore zugelassen, beide bei der Pleite gegen Augsburg. Ansonsten hielt die BVB-Defensive um den ehemaligen Münchner Mats Hummels national stets die Null. In der Champions League nahm sich der deutsche Tabellenzweite in Rom bei der bösen 1:3-Pleite gegen Lazio jedoch eine Verschnaufpause in Sachen Defensivarbeit – um es mal einigermaßen freundlich zu formulieren.

Mit defensiven Wacklern kennt Flick sich ebenfalls bestens aus. Die bayerische Rückwärtsbewegung lässt mit neun Liga-Gegentoren noch zu wünschen übrig. „Salzburg hatte bei Ballgewinn ein gutes Umschaltspiel und gute Läufe in die Tiefe, damit haben sie uns das eine oder andere Mal kalt erwischt“, meinte Flick – und gab zu: „Für neutrale Zuschauer war das ein Top-Spiel, für Trainer eher nicht so. Aber damit muss man leben.“

Nach der Rückreise gen München am späten Dienstagabend stand für die Bayern, die in Salzburg den 14. Königsklassen-Sieg in Serie eingefahren hatten, noch der inzwischen obligatorische Corona-Test an. Den gestrigen Mittwoch hatte Flick seiner Mannschaft frei gegeben. Heute geht die Vorbereitung aufs Topspiel in die heiße Phase, und anschließend ist der Münchner Auswärtsmarathon endlich vorbei. Die Länderspielpause steht an –wobei das Wort Pause für die wenigsten Bayern-Profis zutrifft.

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