Werbung in eigener Sache

von Redaktion

Boatengs erster Auswärtstreffer für Bayern passt zu seiner Entwicklung – bis nach 2021 hinaus?

Salzburg – Der Montag vor dem Spiel in Salzburg hatte beim FC Bayern komplett im Zeichen zweier Innenverteidiger gestanden. Zum einen waren da die Turbulenzen um die vorerst gescheiterte Vertragsverlängerung von David Alaba, zum anderen der positive Corona-Test bei Niklas Süle. Beim 6:2-Sieg in der Mozartstadt schaffte es dann ein anderer Abwehrmann zumindest in die sportlichen Schlagzeilen: Jerome Boateng.

Minute 79 lief im Salzburger Dauerregen, als sich der 32-Jährige nach einer Ecke von Joshua Kimmich in die Luft schraubte und zum Münchner 3:2 einnickte. In einer Phase, in der der Champions-League-Titelverteidiger bedenklich wackelte, sagte Boateng mit seinem Tor gewissermaßen: „Hallo, ich bin auch noch da.“ Hansi Flick überraschte das weniger, er beobachtet seit langem, dass sich sein Verteidiger auf dem richtigen Weg befindet. „Wir sind alle froh, dass er in den letzten Monaten an sich gearbeitet und vieles aufgeholt hat“, meinte der Bayern-Trainer. „Er hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht und uns den Weg für den klaren Erfolg geebnet. Sein Tor war ganz wichtig.“ Und eine echte Seltenheit noch dazu. Boateng hatte vor dem Gastspiel in Salzburg tatsächlich noch nie auswärts für den Rekordmeister getroffen – in über neun Jahren.

Sein letzter Treffer für die Bayern datierte aus dem Januar 2018. Boateng meinte: „Wir haben am Ende noch eine Schippe draufgelegt, die Salzburger wurden ein bisschen müde. Das haben wir ausgenutzt.“ Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass Boateng und Nebenmann Alaba einige Mal gehörig ins Schwimmen gerieten gegen die österreichische Bullen-Offensive. Boateng legte mit einer Grätsche unglücklich das 0:1 auf (4.) und kam beim zweiten Salzburger Treffer gegen Masaya Okugawa zu spät (66.).

Derartige Nachlässigkeiten dürften im Bundesliga-Gipfel gegen Dortmund Konsequenzen haben. Boateng geht mit der Gewissheit ins Wochenende, dass er auch im Ruhrgebiet zur Startelf zählen wird. Süle darf in Dortmund noch nicht wieder mitmachen. Und vielleicht nutzt Boateng das BVB-Spiel ja für Werbung in eigener Sache. Auch der Vertrag des 32-Jährigen läuft im Sommer aus. Eine Verlängerung hat im Club keinerlei Priorität, die Tendenz geht (noch) klar in Richtung Abschied. Der Gedanke, den zuverlässigen Routinier zu halten, klingt gerade angesichts des nahenden Alaba-Abschieds aber durchaus charmant. Berater Damir Smoljan sagte „Sport1“: „Jerome fühlt sich unglaublich wohl. Wir sind offen für Vertragsgespräche.“ Die Bosse auch?  jau

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