München – Bayern-Präsident Herbert Hainer hatte die Entwicklung ja schon fast vorweggenommen. Bald schon, so hatte der Clubchef vor dem Euroleague-Start erklärt, sollen auch seine Basketballer fester Bestandteil von Europas Spitze sein. Hainers Profis müssen sich das schwer zu Herzen genommen haben. Mit stolzen fünf Siegen stürmten sie durch die ersten sieben Spieltage. Der sechste soll am Freitag folgen, wenn der spanische Top-club BC Valencia im Audi Dome zu Gast ist.
Zugegeben, das ist fürs Erste noch eine Momentaufnahme. Doch wie die Dinge stehen, könnten die Bayern schon bald einen wichtigen Schritt zu einer dauerhafteren Entwicklung nehmen. Wie die Euroleague bekannt gab, sollen bis Juni die Bedingungen geklärt sein, unter denen die Münchner zum Vollmitglied der aufsteigen.
Euroleague-Chef Jordi Bertomeu hatte diese Option gegenüber unserer Zeitung ja schon vor längerer Zeit formuliert. In einem Strategietreffen der Königsklasse zu Wochenbeginn wurden nun erste Fakten geschaffen.
Bei Zukunftsüberlegungen in der Zentrale in Barcelona geht es üblicherweise ja vor allem um wirtschaftliche Aspekte. Die Rede ist dann von Märkten, die man für sich erschließen will. Deutschland und Frankreich sind die derzeit Auserwählten. Gut für die Bayern, die derzeit ja noch mit einer sogenannten Wildcard ins Rennen von Europas Besten gehen. Gut aber auch für ASVEL Villeurbanne, das im Juni ebenfalls mit einer sogenannten A-Lizenz rechnen darf. Und die Sache könnte auch für den Deutschen Meister Alba Berlin gut werden. Der Double-Sieger ist derzeit streng genommen ja nur deshalb in der Euroleague am Start, weil nach dem Saisonabbruch in diesem Sommer das komplette Starterfeld neu übernommen wurde. Zuletzt hatte der deutsche Champion ja kein automatisches Startrecgt. Nun aber will die Euroleague mit den Albatrossen Gespräche über eine Wildcard für zwei Spielzeiten aufnehmen. Klar: Die Hauptstadt und die Arena am Ostbahnhof sind natürlich eine perfekte Bühne.
Bei den Bayern indes nahm man die Neuigkeiten gelassen zur Kenntnis. „Wir haben diese natürlich sehr interessanten Meldungen mitbekommen. Jetzt warten wir ab, wie es aus Sicht der EuroLeague weitergeht“, sagte Sprecher Andreas Burkert.
Die Zurückhaltung liegt nahe. Denn natürlich dürfte es in den Verhandlungen vor allem um Geld gehen. Und die Bayern dürften wissen, dass sie mit ihrer attraktiven Marke und dem Spnsorenpool – von dem auch die Euroleague schon einige Male profitierte – in einer starken Position sind.