„Ich glaube, dass Lewandowski zum Problem für Bayern wird: Seine Theatralik, sein Abwinken, sein zum Teil lustloses Verhalten auf dem Platz. Ich glaube, es ist offensichtlich, dass er ein Einzelgänger ist.“ Im Februar 2019 knallte Didi Hamann diese Kritik Robert Lewandowski in seiner Rolle als Sky-Experte um die Ohren – und setzte noch einen drauf: Er riet dem FC Bayern zum Verkauf des polnischen Stürmers.
Ab diesem Zeitpunkt galt der frühere Nationalspieler als Chefkritiker Lewandowskis. Die Wortwahl stieß den Bayern-Verantwortlichen freilich sauer auf. Der damalige Sportdirektor und heutige Sportvorstand Hasan Salihamidzic fackelte nicht lange mit seiner verbalen Retour-Kutsche und sprach von einer Kampagne: „Ich glaube nicht, dass Robert Lewandowski für Bayern München ein Problem ist, sondern Didi Hamann ist ein Problem für Sky!“ Knapp zwei Jahre sind seitdem vergangenen – und es ist viel passiert.
Hamann ist zwar immer noch TV-Experte bei Sky, doch seine Sichtweise auf den polnischen Superstürmer hat sich gewandelt: „Ich finde, dass sich im Vergleich zu damals seine Körpersprache geändert hat. Das war mein Hauptkritikpunkt. Ich habe damals ja auch schon gesagt, dass er für mich die beste Nummer neun der Welt ist, aber: Wenn du der Beste bist, musst du schauen, dass du andere besser machst. Er hat zwar in jeder Saison fast 30 Tore geschossen, im Champions-League-Halbfinale war aber Schluss.“ Im vergangenen Königsklassen-Halbfinale war bekanntlich nicht Schluss. Bayern schnappte sich in Lissabon den Henkelpott – auch dank der überragenden Quote von Lewandowski.
Er schoss 15 Tore, bereitete weitere sieben Treffer vor. Die 22 Scorer-Punkte bewertet Hamann so: „Ich habe den Eindruck, dass er seit einiger Zeit wieder mehr auf seine Mitspieler eingeht. Damals brachte seine Unzufriedenheit zu schnell zum Ausdruck.“ Das mache der Angreifer jetzt nicht mehr, im Gegenteil: „Lewandowski unterstütze seine Mitspieler. Der Rest der Mannschaft schätzt das und dementsprechend wird ihm noch mehr zugearbeitet. Davon profitiert der gesamte Verein.“ Also wäre der Weltfußballer-Titel gerecht? Hamann: „Für mich gibt es da keine andere Option.“ bok