München – Die Münchner sind nun endgültig gelandet. Auf dem harten Boden der 3. Liga. Nach dominanten Jahren voller Aufstiege und Siege, muss Türkgücü sich wieder an Niederlagen gewöhnen. Die 0:3-Pleite gegen den Hallescher FC war eigentlich schon nach 15 Minuten besiegelt. Julian Derstroff und Michael Eberwein hatten da schon getroffen. „Das hat uns irgendwie total aus der Bahn geworfen. Vor allem das erste Tor war wie ein Nadelstich in der Anfangsphase“, sagte Trainer Alexander Schmidt nach der Partie im Presseraum des Olympiastadions.
Türkgücü geriet in dieser Saison schon oft in Rückstand, gegen Bayern II , Ingolstadt und die Löwen holte man immerhin noch ein Unentschieden. Gegen Halle fanden die Münchner aber wieder mal zu wenig Lösungen gegen eine kompakt stehende Abwehrreihe.
„Es ist für mich aktuell unerklärlich. Wir sind irgendwo zwischen Schockstarre und Wandertag. Wir wehren uns zu wenig“, sagte Geschäftsführer Max Kothny. Der 24-Jährige befürchtet „in einen Strudel zu geraten. Wir merken mittlerweile, wie hart die Liga ist.“
Das System von Schmidt scheint keine Wirkung mehr zu haben, die Rädchen zwischen Mittelfeld und Angriff greifen nicht mehr ineinander. Im Winter will man sich nach Verstärkungen umsehen. Gerade auf den Flügeln hapert es noch. Am Dienstag wurden Nico Gorzel und Benedikt Kirsch, die offensiv die Außenbahnen beackern sollten, schon zur Halbzeit ausgewechselt. Atakan Akkaynak kam zu seinem ersten Spiel für Türkgücü. Der 21-Jährige hatte sich in der Vorbereitung eine Schulterverletzung zugezogen.
Doch nicht nur im Mittelfeld, auch im Sturm fehlt es bislang an Konstanz. Klar, Sercan Sararer überzeugt als Vorlagengeber, Petar Sliskovic trifft. Türkgücü ist aber zu abhängig von seinem kongenialen Duo. Liefern die beiden nicht ab, fallen meist auch keine Tore. Tom Boere spielt bislang eine enttäuschende Saison, auch die Auftritte von Furkan Kircicek waren meist glücklos.
In der Halbzeit gegen Halle hatte Schmidt seine Mannschaft noch eingeschworen, dass man aggressiver auftreten möchte. Gebracht hat es nichts: „Es war ein Tag, der einfach nicht schön war für uns.“ NICO-MARIUS SCHMITZ