Die Bayern in ungewohnter Rolle

von Redaktion

Der Titelverteidiger reist als Herausforderer zum Spitzenspiel nach Leverkusen

VON MANUEL BONKE

München – Robert Lewandowski (32) ist seit dem Champions-League-Sieg des FC Bayern in Lissabon dafür bekannt, dass er sein Bett in der Nacht des Triumphs gerne mit der errungenen Trophäe teilt. In Portugal schlief Lewy deshalb mit dem Henkelpott im Arm ein – und auch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag kuschelte der polnische Superstürmer mit einer Silber-Trophäe: Der Weltfußballer-Pokal schaffte es allerdings nur auf die Couch im Hause Lewandowski.

Anders als in Lissabon beanspruchte daheim nämlich Ehefrau Anna den Platz im Bett. „Ich möchte gerne mit jeder Trophäe im Bett schlafen, aber manchmal gibt es noch andere Prioritäten“, scherzte der frischgebackene Weltfußballer.

Viel Zeit für traute Zweisamkeit bleibt den Lewandowskis ohnehin nicht. Bereits am Samstag steht für die Münchner das Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen (18.30 Uhr, Sky) an. Erst danach erleben auch die Münchner Vielspieler ihre ganz persönliche stille Zeit, wenn auch nur kurz. Wegen des dicht gestaffelten Spielplans aufgrund der Corona-Pandemie startet die Bundesliga bereits am 2. Januar wieder. Immerhin können die Bayern-Stars die Füße ein paar Tage länger hochlegen als die nationale Konkurrenz.

Denn: Während viele Bundesligisten kommende Woche noch im DFB-Pokal antreten müssen, genehmigte die Deutsche Fußball Liga (DFL) dem FC Bayern das Spiel auf den 13. Januar zu verlegen. Doch jetzt richtet sich der Bayern-Blick erst auf das Duell mit Bayer 04: In Leverkusen kämpft die Mannschaft von Trainer Hansi Flick nämlich noch um den Zwischen-Titel als Weihnachtsmeister. Im schlimmsten Fall könnte der FC nach dieser Partie sogar nur auf Platz drei stehen. Um als Tabellenführer in den Weihnachtsurlaub zu gehen, benötigt die Mannschaft von Trainer Hansi Flick einen Sieg beim aktuellen Tabellenführer.

Die Leverkusener haben 28 Punkte und einen Zähler mehr auf dem Konto als der deutsche Rekordmeister. „Das ist das Ziel. Ich hoffe, dass wir morgen eine Top-Leistung abrufen“, ließ Flick am Freitagmittag im Pressestüberl an der Säbener Straße keinen Zweifel daran, dass für ihn und sein Team nur Tabellenplatz eins als Überwinterungsort in Frage kommt. Gleichzeitig warnte er vor der Werkself: „Sie haben einen sehr, sehr guten Lauf. Sie haben Selbstvertrauen und sind gut drauf. Die Idee, die sie haben, ist gut. Sie sind in der Lage, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken.“ Darum fordert Flick von seinen Stars eine „gute Restverteidigung“ und „wenig Ballverluste. Wenn jeder bei uns mit 100 Prozent agiert, wird es sehr schwer für Leverkusen, uns zu schlagen“. Sollte es Bayer 04 trotzdem gelingen, muss sich der Triple-Sieger mit dem zweiten Rang begnügen. Rein rechnerisch könnte es für die Münchner noch dicker kommen, wenn der FC Bayern sein Spiel nicht gewinnt und die punktgleichen Leipziger gegen Köln als Sieger hervorgehen. Dann bliebe nur Platz drei.

Das wollen die Bayern verhindern. Das Mittelfeld mit Leon Goretzka und Joshua Kimmich wird dabei nicht helfen können. Leon Goretzka fällt mit muskulären Problemen weiter aus. Joshua Kimmich hingegen ist 41 Tage nach seiner Meniskus-Operation wieder Teil des Münchner Kaders. Flick meinte aber: „Ich bin keiner, der Druck aufbaut.“

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