Herrsching – Spektakulärer könnten die Herrschinger Volleyballer die Hinrunde der Bundesliga kaum beenden. Am Sonntag (16.00 Uhr) ist kein Geringerer als Meister Berln in der Nikolaushalle zu Gast. Die Hauptstädter dominieren seit 1998 gemeinsam mit dem VfB Friedrichshafen die nationale Szene. In dieser Saison freilich ist die Szene merklich zusammengerückt. Auch die WWK Volleys Herrsching liegen vor dem anstehenden Duell nur drei Punkte hinter den Berlinern zurück.
Einer, der einen großen Anteil am wachsenden Herrschinger Erfolg hat, ist Zuspieler Johannes Tille. Im Sommer 2018 holte Max Hauser, Herrschings Kult- und Langzeittrainer, den 21 Jahre alten, nahezu unbekannten Zuspieler in sein Team. Vom VCO Berlin, wo der Mann aus der bemerkenswert erfolgreichen Mühldorfer Volleyballfamilie – auch die älteren Brüder Ferdinand und Leonhard brachten es zu Profikarrieren – in den Jahren zuvor nahezu jedes Spiel verloren hat, in sein Team. „Ich kannte ihn schon als 14-, 15-Jährigen und hatte ein gutes Gefühl“, sagte er.
Und es trog nicht: Hauser entwickelte den 23-Jährigen zu einem der mittlerweile Besten seiner Art in der deutschen Volleyball-Bundesliga. „Er ist damals in sehr große Fußstapfen (jenen von Patrick Steuerwald und Michal Sladecek, Anm. d. Red.) getreten“, sagte Hauser.
Der Herrschinger Kultcoach ist nach wie vor von Tille begeistert, vor allem über seine Einstellung zum Volleyball. „Er ist sehr fleißig. Er ist bereit, viel zu arbeiten. Er beschäftigt sich viel mit Volleyball.“ Klar: Tille hat große Ziele. Wie Bruder Ferdinand im gleichen Alter würde er gerne ins Ausland. Am liebsten würde Johannes Tille nach Italien wechseln.
Jedoch: „Corona macht es derzeit nicht einfach.“ Klar ist: Hauser würde seinem Zuspieler keine Steine in den Weg legen. In Deutschland wäre ein Wechsel lediglich nach Friedrichshafen oder Berlin eine echte Verbesserung, aber die beiden Topteams sind auf der Zuspieler-position aktuell gut aufgestellt. Und, so Hauser, auf der Ersatzbank kann er sich nicht entwickeln. Ein Wechsel zu einem anderen Bundesligisten sei keine echte Option. Von daher dürfen die Fans der WWK Volleys durchaus auf einen Verbleib des Publikumslieblings hoffen.