Selbstkritisch trotz starker Leistung

von Redaktion

SKI ALPIN Sander stellt mit Rang 5 im Super G sein bestes Weltcup-Resultat ein – Weidle Elfte

Gröden – Andreas Sander schüttelte im Zielraum erst mal selbstkritisch den Kopf, dabei hatte der Speedspezialist nach einem sehr guten 5. Platz im Super-G auf der Saslong in Gröden allen Grund zur Freude. „Das war eine super Fahrt. Selbsteinschätzung ist nicht seine allergrößte Stärke“, sagte der von Sanders Fahrt beeindruckte ARD-Experte Felix Neureuther mit einem Lächeln. Sander wolle sich halt „immer steigern und weiterentwickeln“, das sei super, fügte Neureuther hinzu.

In Abwesenheit von Thomas Dreßen (Hüft-Operation) hält Sander im Weltcup derzeit die Fahne des Deutschen Skiverbandes (DSV) hoch. Nach den Plätzen 7 und 8 am ersten Speedwochenende in Val d’Isere gelang dem 31-Jährigen aus Ennepetal die nächste Steigerung und ließ sich dann doch zu einem positiven Urteil hinreißen: „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung und der Körpersprache, ein gutes Ergebnis.“

Sander stellte gar sein bestes Weltcup-Resultat ein. Vor vier Jahren war er ebenfalls in Gröden im Super-G Fünfter geworden. Dennoch: „Hier und da hätte ich vielleicht ein bisschen mehr Gefühl auspacken können“, sagte er kritisch, vor allem im unteren Teil habe er einige Zehntel liegengelassen. Für die Abfahrt am Samstag hat Sander also noch Luft nach oben, er ist „guter Dinge, wieder ein gutes Ergebnis einzufahren“.

Den Sieg im Super-G holte sich der Norweger Aleksander Aamodt Kilde, auf den Sander 60 Hundertstelsekunden fehlten. Der Schweizer Mauro Caviezel (+0,12) und der Norweger Kjetil Jansrud (+0,21) komplettierten das Podium. Von den DSV-Athleten fiel noch Romed Baumann auf, der mit hoher Startnummer auf Platz 16 fuhr. Josef Ferstl wurde 20., Dominik Schwaiger, Simon Jocher und Manuel Schmid (ausgeschieden) kamen nicht in die Punkte.

Bei den Frauen gab es für die deutsche Hoffnungsträgerin Kira Weidle in der Abfahrt von Val d’Isere noch Raum für Verbesserungen. Die 24-Jährige verpasste eine Top-10-Platzierung beim ersten Speedrennen der Saison als Elfte nur knapp. „Es war okay. Für morgen kann ich noch mal eine gute Schippe drauflegen“, sagte die Starnbergerin mit Blick auf den Super-G am Samstag. Nach zwei Trainingsstürzen sei sie körperlich allerdings noch nicht in Topform, fügte Weidle hinzu.

Die Schweizerin Corinne Suter gewann vor Sofia Goggia (Italien) und Breezy Johnson (USA). Überschattet wurde das Rennen von mehreren Stürzen. Die Österreicherin Nicole Schmidhofer, Federica Brignone (Italien), Joana Haehlen (Schweiz) und Alice McKennis (USA) krachten alle im gleichen Streckenabschnitt in den Fangzaun, in dem auch Weidle tags zuvor gestürzt war. Schmidhofer durchbrach gar das Netz. Sie wurde mit dem Rettungsschlitten ins Tal und danach in ein Krankenhaus gebracht. Erste Untersuchungen ergaben den „Verdacht auf einen vorderen Kreuzband- und Seitenbandriss im linken Knie“.  sid

Artikel 1 von 11