Geiger schafft den Doppelschlag

von Redaktion

SKI NORDISCH Kombinierer beendet Riibers Übermacht – Eisenbichler überzeugt

München – Der Mann des nordischen Wochenendes war unbestritten Vinzenz Geiger. Zwei Starts, zwei Siege – eindrucksvoller hätte der Oberstdorfer den Aufwärtstrend der Nordischen Kombinierer kaum bestätigen können. Dem standen die Skispringer in nicht viel nach. Allen voran Markus Eisenbichler, der in Engelberg mit den Plätzen vier und zwei seine Rolle als Mitfavorit für die nun bevorstehende Vierschenzentournee untermauerte.

„Ich bin wirklich glücklich, dass mir hier noch mal zwei so gute Sprünge geglückt sind“, sagte Eisenbichler. Zwei Tage werde er sich darüber nun freuen, sagte der Siegsdorfer, „dann heißt es aber wieder arbeiten, arbeiten, arbeiten.“ Wohl auch deswegen, weil es momentan einen (noch) Besseren gibt. Der Norweger Halvor Egner Granerud entschied auch in Engelberg beide Springen für sich und feierte damit inzwischen fünf Siege in Folge.

Bundestrainer Stefan Horngacher atmete tief durch. „Wir können mit den Top-Leuten zufrieden sein“, sagte der Coach und meinte damit neben Eisenbichler auch Pius Paschke, der an beiden Tagen Platz fünf belegte. Dahinter allerdings war nicht viel – am Sonntag kam einzig Martin Hamann als 21. noch in die Punkte.

Im gar nicht so fernen Ramsau konnte derweil ein anderer sein Glück kaum fassen. Vinzenz Geiger schlug die Hände vors Gesicht als er am Sonntag in den Zielraum schlitterte. Fast ein Jahr lang hatten er und die deutschen Kombinierer sich am norwegischen Überflieger Jarl-Magnus Riiber die Zähne ausgebissen. Nun sprintete Team-Olympiasieger Geiger den Norweger gleich zweimal binnen 24 Stunden nieder.

„Es war ein perfektes Wochenende, das hätte ich nicht erwartet“, sagte Geiger, der nun drei seiner fünf Weltcup-Siege im WM-Ort von 1999 am Dachstein gefeiert hat, der immer mehr zu seinem Wohnzimmer wird: „Ramsau liegt mir einfach.“ Bundestrainer Hermann Weinbuch strahlte mit seinem „Win-Zenz“ um die Wette: „Endlich haben wir den Riiber geknackt, und das gleich zweimal. Der Vinz ist einfach phänomenal.“ Und nicht nur er;: Als Dritter schaffte an seinem 30. Geburtstag auch Fabian Rießle (Breitnau/+5,0 Sekunden) den Sprung aufs Podest.

Am Sonntag lief Geiger von Platz sieben noch ganz nach vorne und triumphierte mit zwei Zehntelsekunden vor Riiber, am Samstag war es eine halbe Sekunde nach Platz vier im Springen, das dem Allgäuer erstmals in dieser Saison richtig gut gelang.

In der Spur lief Geiger taktisch sehr klug. Seiner Attacke am letzten Anstieg konnte am Sonntag nur noch Riiber folgen, wie am Vortag war der Allgäuer aber im Finish der Stärkere. Geiger ist damit der einzige, der Riiber in dieser Saison in der Spur bezwingen konnte.

Ähnlich hatte es auch im vergangenen Winter ausgesehen. 14 von 17 Rennen hatte Riiber seinerzeit gewonnen, zwei der drei Niederlagen brachte ihm Geiger bei. Auch die übrigens seinerzeit in Ramsau.

Fast auf der ganzen Linie enttäuscht haben dagegen die deutschen Langläufer beim Sprint-Weltcup in Dresden. Einziger Lichtblick war der 10. Platz von Coletta Rydzek im Einzelsprint – ihr bisher bestes Weltcup-Ergebnis. Ansonsten herrschte Tristesse. Und das, obwohl die weltbesten Sprinter aus Norwegen, Schweden und Finnland gar nicht angereist waren. „Das ist eindeutig zu wenig. Wir schaffen es nicht, im Sprint den großen Abstand zur Weltspitze zu verringern“, sagte Schlickenrieder. „Coletta hat es gezeigt, wie es gehen kann. Sie ist taktisch sehr gut unterwegs gewesen“, lobte der Coach die 23-jährige Oberstdorferin, die sich nun Hoffnungen auf einen WM-Start in ihrer Heimat im Februar machen kann.

Bei den Männern überstand nur Sebastian Eisenlauer den Prolog, schied aber im Viertelfinale aus. Tobias Angerer, einst zweifacher Weltcup-Gesamtsieger, befand: „Eine Katastrophe.“  dpa

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