Das Duell der Gestressten

von Redaktion

Bayerns Basketballer müssen am Sonntag bei Meister Berlin ran – Spiel in Braunschweig wegen Corona-Fall abgesagt

München – Nun gut, ein bisschen haben die Basketballer des FC Bayern das Gefühl der 90:77-Sternstunde gegen den FC Barcelona dann ja doch auskosten dürfen. So wie Paul Zipser, dem schon die Energie, mit der er und seine Bayern die zweite Halbzeit gegen das katalonische Starensemble bestritten hatten, „eine Feier wert“ gewesen wäre. Oder Kollege Jalen Reynolds, der fand, man habe „wie in einer Bruderschaft füreinander gekämpft.“

Aber dann ging der Blick doch schnell nach vorne. So ist das in diesen eng getakteten Tagen – wenn ein Spiel gespielt ist, rückt das nächste schon bedrohlich nahe. Nur dass die Bayern diesmal zur Abwechslung mal wieder ein Schlüsselspiel in der Heimat vor sich haben. Am Sonntag (18 Uhr/Magentasport) müssen sie beim größten nationalen Rivalen Alba Berlin ran. Erst danach hat man nach der corona-bedingten Absage des am Dienstag geplanten Gastspiels in Braunschweig (die Niedersachsen sind wegen eines positiven Falls in Quarantäne) ein paar Tage Pause.

Das Gute ist: In Berlin haben die Bayern nun zur Abwechslung mal einen nationalen Rivalen gegen sich, der sich nicht eine Woche lang in Ruhe auf die, von ihrer Europareise abgekämpften Münchner vorbereiten kann. Alba steckt selbst in der Mühle zwischen heimischer Liga und internationalem Geschäft. Und bezahlt dafür schon weit stärker als die Bayern. Aktuell muss der Deutsche Meister nicht nur den corona-kranken Cheftrainer Aito Garcia Reneses, sondern seit der 71:74-Niederlage gegen Zalgiris Kaunas unter anderem auch seinen Leitwolf Luke Sikma ersetzen.

Alba-Manager Marco Baldi schlug bereits Alarm. „Der Spielplan ist die Hölle, das ist eigentlich nicht vertretbar“, sagte er, „uns trägt der Zusammenhalt, aber auch das ist irgendwann endlich, wenn die Energie total ausgeht.“

Gedanken, mit denen sich die Bayern dieser Tage nicht befassen müssen. Die Münchner sind nicht nur bemerkenswert erfolgreich, sondern auch ohne die ganz großen Schäden durch die ersten drei Saisonmonate gekommen. So dass Trainer Andrea Trinchieri mit einer ganz anderen Sorge ins neue Jahr geht: „Ich möchte, dass die Fans zurückkommen, sonst nichts“. PATRICK REICHELT

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