Der Marathon geht weiter

von Redaktion

Den Profis des FC Bayern drohen im härtesten Fall 38 Spiele in 21 Wochen

VON JONAS AUSTERMANN

München – Der gute Vorsatz des FC Bayern fürs Jahr 2021 dürfte lauten: das Triple verteidigen. Der Weg dorthin ist allerdings härter denn je. Den Münchner Seriensiegern drohen ab dem Heimspiel gegen Mainz (Sonntag, 18 Uhr/Sky) 38 Partien in 146 Tagen beziehungsweise 21 Wochen. Der Spielplan-Marathon des FC Bayern geht im neuen Jahr nahtlos weiter.

„Alle Mannschaften haben in diesem Jahr eine enorme Belastung, deswegen ist die Chancengleichheit auf jeden Fall gegeben“, sagte Thomas Müller, legte aber nach: „Wir wollen natürlich auch in dieser Saison wieder am längeren Hebel sitzen.“ Dafür optimierten die Triple-Sieger selbst in der Mini-Winterpause von nur zehn Tagen weiter ihre körperliche Verfassung. „Ich hoffe schon, dass wir ein bisschen an den Grundlagen arbeiten konnten“, sagte Müller. Die ersten Trainingseindrücke ließen schon den Schluss zu, dass „das auch gut funktioniert“ hat. Schon im Januar wird sich das zeigen, denn es stehen gleich im ersten Monat zwei englische Wochen auf dem Programm.

Beim bestmöglichen sportlichen Abschneiden muss der FC Bayern neben 21 Liga- und zwei Club-WM-Spielen noch fünf Partien im DFB-Pokal sowie sieben in der Champions League bestreiten. Hinzu kommt für die Nationalspieler Ende März noch eine Länderspielpause mit bis zu drei Einsätzen. Im Schnitt steht alle 3,8 Tage ein Kick an. Auch nach dem 29. Mai – an diesem Tag steigt das Champions-League-Finale in Istanbul – dürfen die Internationalen keinesfalls die Beine hochlegen: Erst steht mit den jeweiligen Auswahlteams die EM-Vorbereitung an, gefolgt von drei Vorrunden- und bis zu drei K.o.-Spielen.

Das ist für die Bayern-Stars aber noch Zukunftsmusik. Bei nur zwei Zählern Vorsprung auf die Bundesliga-Konkurrenz aus Leverkusen und Leipzig ist (vorerst) kein Ausrutscher erlaubt. Manuel Neuer erklärte: „Wir haben keinen riesigen Vorsprung – und die anderen Mannschaften schlafen nicht. Das wissen wir“ Damit nicht gleich der Vorletzte aus Mainz (nur ein Sieg in 13 Partien) zum Stolperstein wird, fordert der Kapitän volle Konzentration. „Nach einem Trainerwechsel geben die Spieler immer alles, um zur ersten Elf zu gehören. Das bringt einen gewissen Schwung mit sich“, sagte Neuer. „Wir sind gewarnt vor den Mainzern und dürfen sie nicht unterschätzen.“ Die kurze Winterpause will beim FC Bayern keiner als Ausrede gelten lassen.

„Seit März gab es kaum Verschnaufpausen, allerdings gibt es für niemanden in unserer Gesellschaft derzeit Verschnaufpausen“, sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic im Clubmagazin 51. „Das Pensum für Spieler und Trainer, Physios und Ärzte ist schon groß. Aber wir müssen vieles gerade anders denken und dankbar sein, dass wir unseren Sport ausüben können. Ein paar ruhige Tage müssen diesmal reichen.“ Denn ein Gutes hat der prallvolle Spielplan aus Bayern-Sicht schließlich auch: Die nationale und europäische Konkurrenz hat ebenfalls mit der hohen Belastung zu kämpfen – und eine so gut geölte Maschine wie der FC Bayern sucht derzeit europaweit ihresgleichen.

Artikel 1 von 11