Papa auf Traumflug

von Redaktion

Dawid Kubacki siegt und ist plötzlich wieder Tournee-Favorit

Garmisch-Partenkirchen – Als die letzten Formalitäten erledigt waren, hatte es Dawid Kubacki eilig. Der alles überragende Skispringer des Neujahrsspringens eilte zu seinem Telefon. Kontakt aufnehmen zu Ehefrau Marta, die am Freitag mit dem neugeborenen Töchterchen in der Heimat die Klinik verließ. „Das sind verrückte Zeiten für mich“, sagte Kubacki.

Tatsächlich erlebt der 30-jährige Tournee-Titelverteidiger Tage wie in einer Achterbahn. Zum ersten Mal Papa, die Kurzzeit-Quarantäne des polnischen Teams und anschließend ein magerer 15. Platz in Oberstdorf. Und nun diese Explosion und der Triumph in Partenkirchen. Mit einem Traumflug auf den Schanzenrekord von 144 Metern. Der die Krönung eines Traumtages für das komplette polnische Team war, das mit Piotr Zyla (3.) und dem zweimaligen Tournee-Champion Kamil Stoch (4.) das Neujahrsspringen fast zu einer polnischen Meisterschaft machte.

Manch anderen hätte die Corona-Posse um den offenbar falschen Positivtest von Klemens Muranka wohl aus der Bahn geworfen. Die Polen reagierten mit Ruhe. Auch Kubacki, der berichtete, er habe seinen Auftritt in Oberstdorf nur kurz mit Trainer Michal Dolezal analysiert. Der Nachfolger des, zum deutschen Skiverband abgewanderten Stefan Horngacher, habe ihm nur geraten, eine Kleinigkeit zu verändern. Kubacki tat es und sprang mit einem gewaltigen Auftritt in den Kreis der Titelanwärter zurück. Was es war, wollte er am Freitag nicht verraten: „Das müsst ihr selbst herausfinden.“

8,6 Punkte, umgerechnet also weniger als fünf Meter, fehlen ihm als Gesamt-Vierten zu Primus Halvor Egner Granerud. 7,2 Zähler nahm er dem Norweger alleine in Partenkirchen ab. Sicherlich auch deshalb erklärte Granerud ihn und nicht die besser platzierten Karl Geiger und Kamil Stoch schon einmal zum Tournee-Rivalen Nummer eins.  rp

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