Isabelle Joschke fast gekentert: „Der Mast lag schon im Wasser“

von Redaktion

Nach ihrem Aus bei der Vendee Globe ist die deutsch-französische Weltumseglerin Isabelle Joschke auf ihrem Weg zur brasilianischen Küste womöglich knapp einem Unglück entkommen. In einem heftigen Sturm mit bis zu sechs Meter hohen Wellen kämpfte sie 24 Stunden um ihre Jacht „MACSF“. „Der Mast lag schon im Wasser. Ich hatte ziemlich Angst, dass mein Boot ganz kentert. Ich war sicher, gleich ist es so weit. Ich bin auch gestürzt. Es war ziemlich gefährlich“, sagte sie der „SZ“. Ihr Boot habe einmal 110, 120 Grad Neigung gehabt: „Hoffen, dass das Boot nicht untergeht, das ist mehr oder weniger alles, was man machen kann.“

Die in München geborene Skipperin hatte in der Nacht zum 10. Januar, auf Platz elf liegend, bei der Vendee Globe aufgegeben. Der zuvor notdürftig reparierte Haupthydraulikzylinder an der Kielfinne ihrer Jacht war bei schweren Sturmböen im Südatlantik erneut gebrochen. Da hatte sie etwa drei Viertel der Strecke geschafft. Seitdem versucht sie, mit ihrem beschädigten Boot Brasilien zu erreichen. „Ich segle mit acht, zehn Knoten, und ich hoffe, in ein, zwei Wochen den Hafen von Salvador zu erreichen.“

Zwischenzeitlich hatte die 43-Jährige auf Rang fünf gelegen. Sie war eine von sechs Frauen der 33 Teilnehmer des Solo-Meeres-Marathons. „Jetzt ist die Regatta zwar zu Ende für mich, aber es ist immer noch ein Abenteuer da. Ich muss mich und das Boot ja in Sicherheit bringen“, sagte Joschke.

Wann sie ankomme, sei nicht wichtig. „Zurzeit ist es ja auch nicht einfach, an Land zu leben. Und wenn ich zurückkomme, werde ich vielleicht denken: Wie gut war es auf dem Meer!“

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