Leverkusen – Nach den obligatorischen Fernsehinterviews verließ Peter Bosz mit gesenktem Kopf den Rasen in der BayArena. „Wir hatten in den ersten acht Minuten drei Großchancen – da muss ein Tor fallen. Dass es dann hintenraus schwierig werden kann, hat man gesehen“, sagte der enttäuschte Niederländer nach dem 0:1 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg.
An Bosz nagte nicht nur die vierte Niederlage in den vergangenen sechs Bundesligaspielen und der Sieben-Punkte-Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München auch – die zunehmende Personalnot bereitet dem 57-Jährigen Kopfzerbrechen. Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger musste nur sieben Minuten nach seiner Einwechslung in der Schlussphase verletzt ausgewechselt werden, für Lars Bender war der Arbeitstag wegen einer Prellung am Hinterkopf und Wadenproblemen bereits in der Halbzeit beendet. Außerdem schonte Bosz den tschechischen Nationalspieler Patrik Schick, nachdem dieser im Abschlusstraining im Rasen hängen geblieben war.
Für Bosz und Bayer sind es drei weitere schmerzende Ausfälle, die das bereits große Lazarett um Santiago Arias, Sven Bender, Paulinho, Mitchell Weiser und Ezequiel Palacios zum Rückrundenstart erweitern.
Unter dem Strich wurde der leere Akku bei der Werkself in der zweiten Halbzeit schonungslos offenbart. Zudem brachte Bosz in der Schlussphase Karim Bellarabi, der drei Wochen wegen eines Mittelhandbruchs pausiert hatte. Neuzugang Timothy Fosu-Mensah, der erst vor einer Woche ins Training eingestiegen war, kam in der Halbzeit für den verletzten Bender und gab ein unauffälliges Debüt.
Die Gefahr, dass Bayer in dieser misslichen Lage weiter der Saft ausgeht, ist groß. Das weiß auch Bosz: „Die vielen Verletzungen helfen uns nicht, jetzt können wir noch weniger rotieren.“ Immerhin: „Wir haben jetzt eine normale Trainingswoche, wo wir die Belastung ein bisschen besser steuern können.“
Dann folgt am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) aber schon die nächste schwere Aufgabe beim Tabellenzweiten RB Leipzig, der am Samstag in Mainz (2:3) ebenfalls patzte. sid