Die Strapazierten schlagen zurück

von Redaktion

98:78 – Bayerns Basketballer bezwingen Bayreuth und versöhnen sich für das Debakel in Mailand

VON PATRICK REICHELT

München – Irgendwann an diesem späten Samstagabend hatte dann auch Andrea Trinchieri sein Lächeln wieder gefunden. Der Coach der Basketballer des FC Bayern amüsierte sich im verwaisten Innenraum der Bayreuther Arena mit Sportchef Daniele Baiesi königlich. Die beiden Italiener waren nach dem deutlichen 98:78 in Bayreuth merklich wieder mit sich und ihrer Basketballwelt im Reinen. „Wir haben vor zwei Tagen ein schlechtes Spiel gemacht, das schrecklichste Spiel dieser Saison“, gab Trinchieri mit Blick auf die Abfuhr in Mailand zu bedenken, „doch wir sind als Mannschaft zurück gekommen. Das war eine gute Reaktion.“

Und genau das ist bislang eine große Qualität dieser Bayern-Mannschaft. Sicher, die Frequenz der schwächeren Auftritte des, zuletzt von Verletzungen gerupften Ensembles mag steigen. Basketball-Chef Marko Pesic hatte ja schon vor Weihnachten schwerere Zeiten erahnt: „Wir werden auch noch in ein Tief kommen.“

Bis jetzt allerdings leisten sich die Bayern nie zwei schwache Auftritte hintereinander. Dabei dürfte gerade der Einsatz in Bayreuth für viele Münchner so gelegen gekommen sein wie Zahnschmerzen. Der Münchner Tross war am Freitag von Mailand via Frankfurt direkt nach Oberfranken weitergereist. Um sich dort mit einer Mannschaft zu messen, die sich wie schon so viele in dieser Saison, eine ganze Woche lang auf den illustren Besuch vorbereitet hatte.

Und Bayreuth versuchte natürlich auch, was nahe liegt: Den müden Rivalen mit einer Extraportion Energie zu überrennen. Aber wie schon zuletzt gegen die Hamburg Towers reagierten die Bayern auch ohne die angeschlagenen Vladimir Lucic, Zan Mark Sisko, Nihad Djedovic und Robin Amaize kühl. Hielten die Gastgeber mit aggressiver Defensive in Schach. Mitte der zweiten Halbzeit machten sie dann auch in der Offensive ernst. Allen voran der diesmal wieder bestens aufgelegte Spielmacher Wade Baldwin, der seine sieben Assists mit 17 Punkten garnierte. Und das reichte dann ja auch schon, um einen souveränen Sieg einzufahren. „Gegen so eine Mannschaft kannst du nur gewinnen, wenn du ihre Energie toppst“, sagte Bayreuths Coach Raoul Korner Schulter zuckend, „das haben wir nicht geschafft, deshalb müssen wir mit dieser Niederlage leben.“

Widerpart Trinchieri sah sich und die Seinen derweil „mit guten Vibes“ den Bus in Richtung Heimat besteigen. Die man allerdings auch bestens brauchen kann. Schon heute sind die Bayern wieder auf Reisen. In Sachen Euroleague. Fünf Tage Moskau stehen nun auf dem Plan. Am Dienstag tritt man bei Khimki Moskau an, ehe am Freitagabend (beide 18.00 Uhr) das Gastspiel bei Titelverteidiger ZSKA Moskau folgt. Beide Partien übrigens, ein fast schon vergessenes Bild, aller Voraussicht nach vor Zuschauern.

Vor allem das Duell mit Schlusslicht Khimki hat Gewicht im zunehmend enger werdenden Rennen um die Playoff-Plätze. Der 13. Saisonsieg würde die Münchner Karten deutlich aufbessern. Aber da trifft es sich ja vielleicht ganz gut, dass die, bislang schwer geschlagenen Russen ihren namhaft bestückten Kader bereits ausdünnen. Unter anderem nahm auch Ex-Bayer Greg Monroe bereits vorzeitig Abschied.

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