Loch zeigt es den Schwarzmalern

von Redaktion

RODELN Gesamtweltcupsieg gesichert – Auch Geisenberger gewinnt in Innsbruck

Innsbruck-Igls – Dieses kleine „Ich hab’s euch ja gesagt“ wollte Felix Loch sich nicht verkneifen. In Innsbruck-Igls posierte der Rodel-Rekordweltmeister für ein Foto mit der Kristallkugel und schickte es via Instagram um die Welt. „An alle Schwarzmaler“, stand darunter geschrieben, „an alle, die sagten, meine Zeit ist vorbei: Das hier ist für euch.“

Denn Loch ist wieder Gesamtweltcupsieger. Erstmals seit drei Jahren und nach einer Phase seiner Karriere, die für viele wie der Ausklang wirkte. Seit diesem Winter ist aber alles wie früher, beinahe sogar besser: Am Samstag holte Loch in seinen achten Sieg im achten Weltcup der Saison, eine solche Serie schaffte vor ihm kein Rodler auch nur annähernd.

„Von so einer Saison“, sagte er im ZDF, „kann man nur träumen, ich bin sprachlos. Es ist ein perfekter Winter, ich will das jetzt so zu Ende bringen und immer ganz vorne dabei sein.“ Vor allem am kommenden Wochenende, dann steigt die WM auf seiner Heimbahn am Königssee – und alles andere als der siebte Einzel-Titel seiner Karriere wäre eine riesige Überraschung.

Denn Loch geht quasi ungeschlagen in die Titelkämpfe. Nur in den Sprintwettbewerben in Winterberg und nun in Igls hat er in diesem Winter mal nicht gewonnen, diese werden in nur einem Lauf auf verkürzter Strecke gefahren. Im klassischen Format konnte bislang aber keiner Lochs Zeiten erreichen. Fast immer war es deutlich, nur am Samstag kam der russische Ex-Weltmeister Semen Pawlitschenko bis auf sechs Tausendstelsekunden heran.

Am Königssee sind damit die beiden besten Rodler des vergangenen Jahrzehnts wieder Top-Favoriten auf Gold. Denn neben Loch muss das auch für Natalie Geisenberger gelten, obwohl sie erst vor gut acht Monaten ihren Sohn zur Welt gebracht hat. Nach der Babypause meldete sie sich in diesem Winter zunächst mit acht zweiten Plätzen in acht Rennen zurück, dann gewann sie am vergangenen Wochenende den Weltcup in Oberhof. Und legte nun bei der WM-Generalprobe gleich mit dem Sieg in Igls nach.

Mit 82 Tausendstelsekunden Vorsprung verwies sie ihre Teamrivalin Julia Taubitz auf Rang zwei. Die wiederum entschied den abschließenden Sprint für sich und vertagte damit die Entscheidung im Gesamtweltcup: Nach der WM geht Geisenberger als Führende ins Weltcup-Finale in St. Moritz (5./6. Februar), diesen Titel kann sie sich dann von Taubitz zurückholen.

Schon eine Woche zuvor hat sie die Chance, zur Rekord-Weltmeisterin aufzusteigen. Mit der fünften Goldmedaille im Einzel würde sie mit ihrer einstigen Dauerrivalin Tatjana Hüfner gleichziehen.  sid

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