Crans-Montana – Kira Weidle war alles andere als zufrieden. Während Olympiasiegerin Sofia Goggia aus Italien auch die zweite Abfahrt in Crans-Montana und damit schon zum vierten Mal nacheinander ein Rennen der alpinen Königsdiziplin gewann, fuhr die beste deutsche Schussfahrerin am Samstag als 16. an der erhofften Top-Ten-Platzierung vorbei.
„Ich bin hie und da nicht so sauber über dem Ski gestanden“, sagte Weidle mit erkennbar betretener Miene. Zudem, ergänzte sie selbstkritisch, sei sie bei wolkenverhangenem Himmel wegen der schlechten Sicht „ein bisschen passiv gewesen“.
Immerhin 0,96 Sekunden fehlten Weidle zur dritten Podiumsplatzierung ihrer Karriere, ihre Fahrt reichte am Ende um 0,24 Sekunden auch nicht zur dritten Top-Ten-Platzierung dieser Saison. Am Vortag hatte die gebürtige Stuttgarterin auf verkürzter Strecke den fünften Rang belegt.
„Es gibt auf jeden Fall Sicherheit, wenn man weiß: Der Grundspeed ist da“, sagte sie am Samstag über das Resultat vom Freitag, räumte aber ein, dass sie eben mit den Bedingungen nicht zurechtkam: „Die Strecke war definitiv anders als die letzten Tage. Es ist kälter, die Piste härter, dunkel, schlagig, schnell.“
Völlig unbeeindruckt von den Bedingungen zeigte sich erneut Sofia Goggia. „Only the brave!“, nur die Mutigen, schrie die 28 Jahre alte Olympiasiegerin von 2018 nach ihrer beherzten und beeindruckenden Fahrt durch den Zielraum. Zuletzt hatte Lindsey Vonn (USA) von Januar bis März 2018 vier Weltcup-Abfahrten in Serie gewonnen. Goggia lag am Ende 0,27 Sekunden vor Lara Gut-Behrami (Schweiz) und 0,60 Sekunden vor Teamkollegin Elena Curtoni.
Beim gestrigen Super-G schaffte es Weidle nur auf den 26. Platz. Im Ziel lag sie 2,35 Sekunden hinter der erneut starken Gut-Behrami, die ihren 28. Weltcup-Sieg feierte. Zweite wurde die Österreicherin Tamara Tippler (+0,93) vor der Italienerin Federica Brignone (+1,02). sid