Wer muss als nächstes gehen? Wer kommt? Verscheucht der BVB Erling Haaland? Gibt es jetzt den ganz großen Knall?

von Redaktion

EINTRACHT FRANKFURT

Keine Frage: Eintracht Frankfurt ist die Mannschaft der Stunde. Das 5:1 auf der Bielefelder Alm bedeutet für die Hessen das siebte Spiel in Folge ohne Niederlage. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter hat die internationalen Plätze ins Visier genommen. Was erstaunlich ist. Musste das Team doch in den letzten Jahren regelmäßig die besten Spieler abgeben und fast nach jeder Saison einen Neuaufbau betreiben. Eine Mission, die der österreichische Trainer und sein Sportvorstand Fredi Bobic anscheinend deutlich geschickter anstellen als viele ihrer Bundesliga-Kollegen. Der aktuelle Höhenflug scheint zunächst im unmittelbaren Zusammenhang mit der Rückholaktion von Luka Jovic zu stehen. Natürlich hat der Serbe und die Symbolwirkung des Transfers seine Auswirkung. Aber welche Strategie die Frankfurter Bosse verfolgen, wird noch deutlicher, wenn man zum Nachbarn nach Mainz blickt.

Dorthin hat man nämlich zwei Eintracht-Profis verliehen, die in den letzten Jahren noch fester Bestandteil der Hessen waren – Danny da Costa und Dominik Kohr. Besonders da Costa steht bei den Fans hoch im Kurs und klopfte unter Adi Hütter bereits das ein oder andere Mal an die Tür der deutschen Nationalmannschaft. Diese Saison stand er nur am ersten Spieltag in der Anfangsformation, kam überhaupt nicht in Tritt. Der Publikumsliebling wurde für viele Beobachter überraschend zum Abstiegskandidaten in der Nachbarschaft ausgeliehen. Aus Dankbarkeit für die letzten Jahre hätte der konsequente Hütter den 23-Jährigen nicht gebracht. Dann lieber Spielpraxis in Mainz sammeln.

Bei seinem ersten Auftritt war der Ausgeliehene gleich maßgeblich am Sieg gegen RB Leipzig beteiligt. Gut möglich, dass da Costa dann voller Selbstvertrauen auf die andere Seite des Mains zurückkehrt. Das wäre eine Rückholaktion ganz nach dem Geschmack von Adi Hütter und Fredi Bobic.

BORUSSIA DORTMUND

In Dortmund ist eine gefährliche Abwärtsspirale in Gang. Drei Spiele ohne Sieg in Serie. Das 2:4 gegen Mönchengladbach klingt erst einmal brutal – die Leistung des BVB war aber nicht so schlecht wie in den letzten Wochen. Doch die eklatante Schwäche bei Standards besiegelte die schwarzgelbe Niederlage im Borussen-Duell. In 18 Ligaspielen kassierte die Mannschaft von Edin Terzic elf Gegentore nach ruhenden Bällen – der schlechteste Wert der Bundesliga.

Bekommt Terzic das Problem nicht schleunigst in den Griff, droht der BVB sogar die Champions League-Qualifikation nur noch mit einem Fernglas erspähen zu können. Würde man die Königsklasse verpassen, wäre Erling Haaland auch nicht mehr zu halten. Schon eine Saison, in der zur Halbzeit alle Titelambitionen gestorben sind, ist für einen Mann seiner Klasse nur schwer zu verdauen. Jeder BVB-Profi spielt in den nächsten Wochen somit für sich, den Trainer – und Erling Haaland.

VfB STUTTGART

Nach dem 0:3 in Bielefeld und der Derby-Pleite (2:3 )gegen den SC Freiburg ist die sportliche Euphorie beim VfB Stuttgart verflogen. Als Aufsteiger liegt man aber immer noch voll im Soll. Doch nun droht der Machtkampf im Verein noch mehr in den Fokus zu rücken.

Am Sonntag rechtfertigte Vorstandschef Thomas Hitzlsperger sein Streben nach dem Präsidenten-Amt. Dabei hatte Hitzlsperger den amtierenden Präsidenten Claus Vogt scharf angegriffen, der wiederrum seinem Herausforderer vorwarf, die Aufarbeitung einer Datenaffäre beim VfB bewusst zu behindern.

Den offenen Brief, in dem der frühere Nationalspieler Hitzlsperger seine Argumente darlegte, nannte er nun „nicht meine größte Sternstunde“. Große Teile der Fanszene hatten sich in den letzen Wochen von den Ambitionen des 38-Jährigen distanziert. Auch wenn Hitzelsperger sich nun versöhnlich zeigte, ist eine weitere Zusammenarbeit der Streithähne kaum vorstellbar. Getreu dem Motto: Es kann nur einen geben.

DANIEL MÜKSCH

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