Berlin – Ab sofort muss Pal Dardai umdenken – und wieder den harten Hund spielen. „Abgezockte Stars sind etwas schwieriger zu überzeugen“, sagte der Ungar einmal über den Unterschied zwischen dem Nachwuchs- und Profibereich. Der Ungar soll nun Matheus Cunha, Dodi Lukebakio und Co. im Abstiegskampf Beine machen, gestern wurde er bei seinem Herzensverein Hertha BSC zum zweiten Mal vom Jugend- zum Cheftrainer befördert.
Seine Berufung, überraschend bis zum Sommer 2022 verabredet, ist auch ein Eingeständnis der ambitionierten Hertha, auf der Stelle zu treten. Dardai könne mit seiner „klaren Art“ für Impulse sorgen, sagte Carsten Schmidt als Vorsitzender der Geschäftsführung: „Als eingefleischter Herthaner kennt er hier jeden und benötigt keine Eingewöhnungszeit.“
Assistiert wird Dardai von Ex-Profi Andreas „Zecke“ Neuendorf, der im Juli 2019 zum U 23-Coach aufgestiegen war. Bereits am Sonntag stand fest, dass Sportdirektor Arne Friedrich bis zum Ende der Saison die Aufgaben des entlassenen Sportgeschäftsführers Michael Preetz übernimmt. Das Trio hat nach der Jahrtausendwende gemeinsam viele Schlachten geschlagen und kommt insgesamt auf knapp 1000 Pflichtspiele für die Alte Dame – mehr Hertha-DNA geht kaum.
Identifikation wird vor allem von Dardai gelebt. Herthas Rekordspieler hatte nach seinem Abschied im Sommer 2019, als ihm Preetz nach viereinhalb Jahren die Weiterentwicklung des Teams nicht mehr zugetraut hatte, zahlreiche und auch lukrative Angebote aus dem In- und Ausland – nun steht er wieder in Berlin in der ersten Reihe, schneller als erwartet. sid