Viel kann nicht mehr schiefgehen

von Redaktion

Statistik kürt den FC Bayern zum Meister – mehr Spannung in anderen Ligen

VON MANUEL BONKE

München – Glückwunsch zur Meisterschaft, FC Bayern. Man kann der Mannschaft von Trainer Hansi Flick nach dem 4:0-Sieg am Sonntag auf Schalke bereits zum neunten nationalen Titel in Folge gratulieren – zumindest wenn man folgender Statistik vertraut: Durch den Auswärtssieg liegen die Münchner nach dem ersten Rückrundenspiel bereits sieben Zähler vor dem „Verfolger“ aus Leipzig. Und einen solch großen Vorsprung verspielte der Rekordmeister seit Einführung der Drei-Punkte-Regel im Jahr 1995 noch nie in der Rückrunde.

Dass bereits eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft gefallen sei, wies Bayern-Trainer Flick zwar als „absoluten Quatsch“ zurück, dennoch stellte er fest: „Es war der 18. Spieltag und wir haben jetzt ein Polster. Wir haben an diesem Spieltag die Vorlage, die die Konkurrenz gegeben hat, verwertet.“ Nicht mehr, nicht weniger.

Von so einem Polster können die Titel-Favoriten in den anderen europäischen Top-Ligen allerdings nur träumen: In England liegt Meister Liverpool nur auf dem vierten Platz – und bereits sechs Punkte hinter Überraschungsspitzenreiter Manchester United. Selbst auf Leicester (3.) und Manchester City (2.) beträgt der Rückstand vier Zähler.

In Spanien marschiert Atlético Madrid (47 Punkte) vor Real Madrid (40) und Barcelona (37) vorneweg – bei einem Spiel weniger wohlgemerkt. Bei den Italienern läuft es auf ein Meister-Duell zwischen beiden Mailänder Mannschaften hinaus – Rekordmeister Juventus Turin ist aktuell nur Tabellenfünfter. Selbst in der französischen Liga liegt die Übermacht aus Paris derzeit punktgleich mit dem OSC Lille an der Tabellenspitze.

Lediglich in der Bundesliga hat es die Konkurrenz in der Meisterschaft aus Dortmund, Leipzig und Leverkusen (mal wieder) nicht geschafft, aus der Münchner Schwächephase Anfang des Jahres Kapital zu schlagen.

Die potenziellen Titel-Anwärter patzten reihenweise, während die Bayern neun Punkte aus den letzten drei Spielen holten. Oder wie es Doppel-Torschütze Thomas Müller nach Spiel gegen Schalke formulierte: „Wir haben die Woche gut durchgezogen, alle drei Spiele gewonnen und einen riesigen Schritt in der Tabelle nach vorne gemacht. Das zählt.“ Komplett zufrieden war Flick mit dem jüngsten Auftritt seiner Mannschaft in Gelsenkirchen trotzdem nicht: „Die zweite Halbzeit war nicht ganz so gut. Ich war nicht ganz zufrieden mit dem, was wir gezeigt haben. Ich habe gesehen, dass wir das eine oder andere bei Ballbesitz besser machen können. Wir spielen manchmal zu viel Risiko. Dann sind Ballverluste da, die wir vermeiden können – indem wir schneller spielen.“

Deshalb hat der Fußball-Lehrer für sich und seine Spieler einen klaren Arbeitsauftrag für die kommenden Wochen bis zum Achtelfinal-Spiel in der Champions League gegen Lazio Rom einen klaren Auftrag formuliert: „Wir wissen, dass wir das eine oder andere besser machen müssen, um wieder die Dominanz zu bekommen, die wir eigentlich in der Lage sind aufrecht zu halten.“ Aber erst einmal hat Flick seinem Team zwei Tage freigegeben. Am Mittwoch startet der FC Bayern dann in die Vorbereitung für das Hoffenheim-Spiel. „Das ist wichtig, um den Kopf frei zu bekommen und vielleicht nicht jeden Tag den Trainer sehen zu müssen.“

Recht kreativ können die Münchner bei ihrer Freizeit-Gestaltung wegen des anhaltenden Lockdowns ohnehin nicht werden.

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