München – Ihren ersten Sieg hatte Lena Rogenhofer schon vor dem heiß erkämpften 95:93 ihrer Basketballer des FC Bayern bei Khimki Moskau eingefahren. Die 29-Jährige ist die Teammanagerin des fünfmaligen Meisters und damit auch hauptverantwortlich dafür, dass die Reisen der Münchner über den Kontinent reibungslos ablaufen.
Und gerade die laufende Woche zeigt, wie herausfordernd das sein kann. Binnen von vier Tagen muss das Team von Trainer Andrea Trinchieri gleich zweimal in Moskau ran. Dem Duell mit dem Vorstadtclub Khimki folgt morgen (18.00 Uhr) der Einsatz bei Titelverteidiger ZSKA Moskau. Fünf Tage in der russischen Hauptstadt also in Zeiten der Pandemie.
Die Tücke beginnt schon mit der Bürokratie. Auch wenn Geschäftsführer Marko Pesic festgestellt hat, dass der russische Umgang mit dem Virus „deutlich weniger vorsichtig ist als in Deutschland“, so sind die Hürden für die Einreise hoch. Nötig ist eine schriftliche Einladung des ersten Gastgebervereins Khimki. „Seit Mitte Dezember“, sagte Lena Rogenhofer, steht der Moskau-Trip bei ihr auf der Agenda. Um am Ende doch zur (bürokratischen) Punktlandung zu werden. Wenige Stunden vor dem Abflug nach Mailand in der vergangenen Woche erhielt die Managerin die Dokumente von der Express-Visaerteilung zurück.
Und für die Tage vor Ort musste Lena Rogenhofer den Bayern ihre eigene „Blase“ bescheren. Coronatests sind dabei noch die geringste Herausforderung. Man ließ sich vor dem Abflug testen, bei der Rückkehr am Samstag steht der nächste Check an. Die Besonderheiten beginnen mit der Anreise. Auch um das Risiko zu vermindern, schweben die Bayern mit der Chartermaschine an. Das hat einen Extravorteil, wie Rogenhofer erklärt: „Sollte das Spiel am Freitag wegen Coronafällen bei ZSKA abgesagt werden, dann kann die Mannschaft flexibler abreisen.“ Die Sache hat ihren Preis. Das „sieben- bis achtfache“ des Linienpreises legt der Club dafür auf den Tisch, sagt Pesic.
Vor Ort ist die Mannschaft bis heute im Hotel Radisson Blue am Moskauer Flughafen einquartiert. Für das Duell am Freitag zieht man ins gleichnamige Quartier unweit der ZSKA-Arena um. Es ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen sich die Bayern in Moskau bewegen. Selbst auf den üblichen „Shootaround“ in der Spielhalle verzichtet man – die Übungseinheiten finden ausnahmslos in den Hotelanlagen statt. Der Fitnessraum ist für den Tross aus dem Audi Dome geblockt. So wie man generell streng darauf achtet, für sich zu bleiben. Die Mannschaft logiert in Einzelzimmern auf einer eigenen Etage, auch im Speisesaal ist man von regulären Hotelgästen getrennt. Ähnlich wie beim BBL-Finalturnier bedienen sich die Bayern am Büffet, Service findet nicht statt.
Die Spieler sind angehalten, das Hotel nicht zu verlassen. Und bislang wird die Vorgabe bestens erfüllt. Der Chef stellt seinen Angestellten ein erstklassiges Zeugnis aus. „Es verdient eine 1a mit Sternchen, wie die Spieler das durchziehen“, sagte Pesic. Der Erfolg spricht für sich. Bis heute hatte der FC Bayern Basketball keinen Coronafall zu verzeichnen.
Das soll auch nach dem Russland-Trip so bleiben. Auch der Umstand, dass bei den Spielen Zuschauer zugelassen sind, hat da wenig Schrecken. „Die sind zum Glück weit genug vom Spielfeld weg“, erklärt Pesic. Na dann.