München/Moskau – James Gist hat beim Euro-League-Spiel bei Khimki Moskau seine bisher wohl auffälligste Leistung im Trikot des FC Bayern gezeigt. Im Dezember war der Amerikaner, der auf den großen Positionen eingesetzt werden kann, nach München gekommen. 19 Punkte und acht Rebounds steuerte der 34-Jährige am Dienstag zum 95:93-Pflichtsieg beim Euro-League-Schlusslicht bei.
„Es war ein wichtiger Sieg in einem schwierigen Spiel für uns“, sagte Gist am Tag danach. Khimki habe gute Spieler, die auch gewinnen wollten. Er gab zu, dass es ihm in den vergangenen Wochen schwer gefallen war, seine Form zu finden. Nachdem er seinen Vertrag bei Roter Stern Belgrad aufgelöst hatte, absolvierte er mehrere Monate kein Spiel. „Ich dachte, wenn ich wieder anfange, Basketball zu spielen, ist es wie Fahrradfahren. Das verlernt man nicht.“ Doch so leicht war es nicht, den Spielrhythmus wiederzufinden. Seine Fitness hatte er nie verloren. „Sonst wäre es brutal hart geworden“, sagt er.
Als sein Team ihn brauchte, war Gist nun zur Stelle. „Ich denke nicht an die Statistiken“, sagte er. Das Spiel als Ganzes sei das, was zähle. Erfahrung und Wissen bringe er ins Team ein – und viel Energie in jeder Partie.
„James hilft uns seit seinem ersten Tag hier“, sagte Trainer Andrea Trinchieri über Gist, der als Kind für kurze Zeit in Deutschland lebte, als sein Vater an der US-Air Base Spangdahlem nahe Trier stationiert war. „Er ist auch ohne Punkte wichtig für uns.“ In der Defensive hatte Gist seine Bedeutung schon bewiesen. Dass er auch offensiv ein Spiel prägen kann, dürfte den Bayern in Anbetracht der dünnen Personaldecke gerade recht sein. pp