Löwen zaubern sich auf Rang zwei

von Redaktion

1860 gewinnt in Magdeburg 3:0 – Zwei Standardsituationen entscheiden die Partie

München – Meppen? Nur ein Ausrutscher. Seit gestern dampft er wieder, der Aufstiegs-Express des TSV 1860! Mit dem 3:0-Sieg in Magdeburg verkürzten die Löwen den Rückstand auf Tabellenführer Dresden auf nur noch einen Punkt (bei einem Spiel mehr). „Das war eine kompakte Mannschaftsleistung, unheimlich laufstark“, lobte Trainer Michael Köllner. „Und wir haben auch fußballerisch umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“ Wie würde Köllner den gelbgesperrten Sascha Mölders ersetzen, hieß die meistgestellte Frage im Vorfeld. Antwort: Mit einer flexiblen Angriffsreihe, bestehend aus Biankadi, Neudecker (zentral) und Lex, der die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führte.

In der Innenverteidigung bekam Erdmann eine neue Chance von Beginn an, Belkahia rotierte auf die Bank, für den zuletzt glücklosen Greilinger rückte Dressel ins Team. Köllners Begründung: „Wir haben eine Englische Woche. Darum hab ich in jedem Mannschaftsteil einen frischen Spieler gebracht.“ Ein Plus an Vitalität, dass sich schnell auszahlte. Gegen verunsicherte Gastgeber übernahmen die Löwen vom Anpfiff weg das Kommando, legten ein Spieltempo und Angriffspressing vor, das den Abstiegskandidaten überforderte. Resultat: die frühe Führung durch Lex, der nach einem fixen Angriff über Salger und Dressel den aus seinem Kasten geeilten Behrens umspielte und aus 16 Metern abgeklärt ins leere Tor vollendete (9.).

Schon vor der Pause hätten die Löwen die Partie für sich entscheiden können, ja müssen. Biankadi (15.) und Tallig (27., 43. Pfosten) verpassten das 2:0, auf der anderen Seite musste Hiller gegen den durchgebrochenen Steininger retten, der die Kugel nicht am blauen Torwart-Helden vorbeibrachte (37.). „Wir stehen sehr gut, hätten noch ein, zwei Tore im Umschaltspiel mehr machen können“, bilanzierte Co-Trainer Oliver Beer zur Halbzeit. Eine Analyse, der auch die eingefleischtesten Magdeburger nicht widersprechen konnten. Was folgte, war Effektivität pur. Mitten hinein in den aufkeimenden Mut der Hausherren, setzen die Löwen ihren zweiten Stich. Wein hatte einen Freistoß aus dem Halbfeld in den Sechzehner geschlagen, Erdmann per Kopf zurück auf Salger gelegt, der den Ball mit der Stirn aus kurzer Distanz nur noch über die Linie bugsieren brauchte (56.).

Der erste 1860-Treffer für den ehemaligen Bielefelder, der sich als 14. Torschütze in die Saisonbilanz eintrug. Auch diese Vielfalt hat die Löwen nach oben gebracht. Die endgültige Entscheidung war Phillipp Steinhart vorbehalten. Wieder Wein per Freistoß, dieses Mal legte Salger ab, Abstauber per Fuß – 3:0 (61.). Eine halbe Stunde vor Schluss war der Harzer Käse gebissen. Weiter geht’s am Sonntag (14 Uhr) gegen den FSV Zwickau.

LUDWIG KRAMMER

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