Frankfurt marschiert

Höhenflug mit Ansage

von Redaktion

DANIEL MÜKSCH

Wie stark Eintracht Frankfurt in diesen Tagen ist, zeigte sich am Wochenende gut eine Viertelstunde vor Spielende in Sinsheim. Da lagen die Hessen mit 3:1 gegen die TSG Hoffenheim in Front. Trainer Adi Hütter brachte zwei neue Spieler für die Schlussphase. Nicht irgendwelche Spieler. Auf das Feld kamen Sebastian Rode und Luka Jovic. Den aggressiven Anführer und den von Real Madrid zurückgeholten Stürmer. Mit solchen Akteuren in der Hinterhand erübrigt sich die Frage beinahe, wie nachhaltig der Höhenflug des Tabellenvierten ist.

Die bemerkenswerteste Leistung der „launischen Diva“ von einst: Sie erfindet sich seit Jahren immer wieder neu. Fast logischerweise muss der Club die besten Spieler immer wieder ziehen lassen, schafft es aber regelmäßig, mindestens gleichwertigen Ersatz zu präsentieren. Dank der Treffsicherheit eines Andre Silvas spricht am Main niemand mehr wehmütig von den „Büffeln“ Ante Rebic oder Sébastian Haller. Selbst auf der Trainerbank ist dieses Kunststück gelungen: Als der Klassenerhaltsretter und DFB-Pokal-Sieger Niko Kovac zum FC Bayern abwanderte, installierte man den Österreicher Hütter. Er hat die Arbeit seines Vorgängers sogar noch übertroffen und das Team taktisch flexibler und offensiver ausgerichtet.

All diese Personalrochaden eingefädelt hat – Fredi Bobic. Der Sportvorstand der Hessen ist der Vater des Erfolgs. Der Macher im Hintergrund. Er und Hütter schrecken dabei nicht vor unpopulären Entscheidungen zurück. Fan-Lieblinge wie Alex Meier oder Danny da Costa schickt das Duo entweder in die Rente (Meier) oder zum Formaufbau zu einem anderen Verein (da Costa).

Zudem schaffen es die beiden, Kicker, die als gescheitert gelten, aufzurichten, so dass diese ihr Potenzial entfalten können. Allen voran Filip Kostic. Kaum jemand zweifelte an dessen Talent. Aber weder in Hamburg noch in Stuttgart zündete der Kreativspieler so richtig. In Frankfurt schon – mit Vertrauen und Geduld im Rücken.

In den letzten Jahren ging dem Team durch die Mehrfachbelastung am Ende die Luft aus. Dieses Jahr ist die SGE (neben Wolfsburg) der einzige Club ohne Doppelbelastung an der Spitze und zudem so tief besetzt wie nie zuvor. Was in Hoffenheim eindrucksvoll zur Schau gestellt wurde.

So landet der Adler vom Main 2021 in der Champions League. Und muss sich dann vielleicht nicht mehr völlig neu erfinden.

Daniel.Mueksch@ovb.net

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