Lewandowski zweimal hellwach

von Redaktion

CLUB-WM Doppelpack des Torjägers: Bayern siegt 2:0 und zieht ins Finale ein

VON JONAS AUSTERMANN UND MANUEL BONKE

Doha/München – Jetzt ist der Sixpack für den FC Bayern zum Greifen nah! Die Münchner stehen nach dem 2:0 (1:0) gegen Al Ahly aus Ägypten im Finale der Club-WM, können übermorgen den sechsten Titel in Serie klarmachen.

Die Pflichtaufgabe gegen den Afrika-Champion aus Kairo erledigte – zumindest mit Blick auf die Tore – der hellwache Robert Lewandowski im Alleingang. „Wir stehen verdient im Finale, auch wenn es keine Glanzleistung war“, sagte Joshua Kimmich bei Bild live. Coach Hansi Flick meinte: „In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel klar bestimmt, in der zweiten Hälfte aber etwas Zeit gebraucht. Letztlich sind wir mehr als verdient ins Finale eingezogen, auch wenn wir uns das Leben zum Teil selbst schwer gemacht haben.“

Zwei Tage nach dem Reisechaos mussten die Bayern gegen den ägyptischen Rekordmeister (42 Titel, zuletzt fünf in Serie) ran. Von Startschwierigkeiten diesmal keine Spur. Vor der in Pandemie-Zeiten ungewohnten Kulisse von 12 000 Zuschauern im Ahmed bin Ali Stadium machten die Münchner sofort klar, wer Herr im Hause ist. Kein Wunder: Flick setzte auf Kimmich und Marc Roca im Zentrum, bot auch drumherum seine stärkste Elf auf.

Die Bayern hatten vor allem zu Beginn ungewohnt viel Platz für ihr Passspiel, Al Ahly schien vor lauter Respekt gehemmt. Thomas Müller ließ per Kopf die erste Chance aus (16.), dann aber klingelte es. Kingsley Coman feuerte von rechts quer durch den Strafraum, am linken Pfosten stand Serge Gnabry parat und legte klug in die Mitte. Lewandowski schoss aus acht Metern humorlos zur Führung ein (17.).

Al Ahly meldete sich mit einem Kopfball von Taher Mohamed in der Partie an, Manuel Neuer packte problemlos zu (21.). Dann wurde das Halbfinale der Club-WM wieder zu einer Einbahnstraße gen ägyptisches Gehäuse. Gegen das bayerische Übergewicht von teilweise 70 Prozent Ballbesitz wusste sich die beste Clubmannschaft Afrikas einige Male nur mit harten Tacklings zu wehren.

Trotzdem hätte Lewandowski noch vor der Pause erhöhen können. Nach Traumpass von Jerome Boateng hob der Pole das Leder über Al Ahlys Tor (37.). Das Team aus Kairo bekam in der Pause offenbar deutlich gesagt, dass es so nicht reichen würde.

Die Ägypter kamen deutlich mutiger auf den Rasen zurück. Der FCB musste plötzlich mehr Meter nach hinten machen, echte Torgefahr kam vor Neuer aber nicht auf. Stattdessen hätte eine Eckballvariante fast für die Entscheidung gesorgt. Kimmichs Hereingabe verlängerte Gnabry an den entfernten Pfosten, wo Müller nur knapp verpasste (58.).

Mit laufender Spieldauer ließen die Kräfte bei Ah Ahly merklich nach, Bayern war wieder mehr im Vorwärtsgang. „Wir haben den Ball laufen lassen, hatten aber nicht mehr allzu viel Tempo im Spiel“, sagte Müller. Benjamin Pavard flankte von rechts scharf in die Mitte, Ayman Ashraf traf das Außennetz des eigenes Tores (68.). Es brauchte also wieder einen Auftritt von Lewandowski. Eric Maxim Choupo-Moting hob den Ball gefühlvoll in den Lauf von Joker-Kollege Leroy Sané, der an der Grundlinie mit dem rechten Fuß nach innen flankte. Lewandowski war im Zentrum in Position gelaufen und nickte locker zum 2:0 ein (85.).

Pflichtaufgabe erfüllt. Jetzt geht’s übermorgen (19 Uhr, DAZN) gegen Tigres um den Titel Club-Weltmeister.

Artikel 1 von 11