Tölz zu seinem Hauptsponsor: „Keine Spielchen mit uns treiben“

von Redaktion

Sportlich läuft es, die Löwen sind Zweiter in der DEL2 – doch sie warten auf einen ganzen Batzen Geld

VON NICK SCHEDER

Bad Tölz – Finanzielle Nebengeräusche bei sportlichem Höhenflug. Die Tölzer Löwen sind nach zwei Siegen am Wochenende auf Rang zwei der DEL 2 geklettert, haben aber nun an anderer Front zu kämpfen: Hauptsponsor Wee ist seit Monaten mit seinen Zahlungen in Verzug. Die Rede ist von mehr als 450 000 Euro, die das Schweizer Unternehmen den Tölzern schuldet.

„Mit unserer Geduld ist es endgültig vorbei“, sagt Löwen-Chef Christian Donbeck und weist auf die Beteuerungen des Unternehmens des gebürtigen Tölzers Cengiz Ehliz hin, trotz der finanziellen Probleme der Tochtergesellschaft Weebusiness allen Verpflichtungen nachzukommen. „Reden ist das eine, aber sie sollen halt einfach ihren Verpflichtungen nachkommen“, sagt der Geschäftsführer der Tölzer Eissport Gesellschaft. Der Zweitligist selbst könne derzeit zwar alle seine Rechnungen begleichen, weil er den Zahlungsausfall durch neue Sponsoren und Geld aus dem Corona-Hilfspaket teilweise auffangen konnte. „Aber wir können nicht alles kompensieren, wollen zu unserem Geld kommen.“

Wee hatte beispielsweise ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm als Grund für die Verzögerung genannt. Dafür hat Donbeck wenig Verständnis. „Wir haben auch einen laufenden Betrieb und können nicht sagen, wir kommen unseren Verpflichtungen nicht mehr nach, weil wir viele Verletzte haben.“ Zudem wünscht er sich bessere Kommunikation mit dem Hauptsponsor. „Wir lassen gerne mit uns reden, aber wir lassen keine Spielchen mit uns treiben.“

Das taten die Löwen auf dem Eis in Bayreuth, als sie die Tigers mit recht gnadenloser Effizienz mit 5:0 abfieselten. Allein Lubor Dibelka steuerte drei Treffer zu dem ungefährdeten Erfolg bei. Ein ganz anderes Spiel war der 5:2-Heimsieg am Sonntag gegen Bietigheim, auch wenn die Tölzer bereits nach der Hälfte mit 4:0 vorne lagen. Beide Teams waren mit kleinem Kader von nur 13 Feldspielern angetreten. Bei den Oberschwaben musste sich dann auch noch DNL-Keeper Leon Doubrawa zwischen die Pfosten stellen, weil sich Cody Brenner beim Aufwärmen verletzt hatte. „Mit so wenigen Spielern kann es ganz wichtig werden, in Führung zu gehen“, sagt Löwen-Trainer Kevin Gaudet.

Und das gelang den Löwen, die sich nach dem frühen 1:0 trotz guter Chancen zwar nicht gleich absetzen konnten, doch die Tore dann jeweils zum richtigen Zeitpunkt machten: Das 2:0 kurz vor der ersten Pause, das 3:0 kurz danach. Und das 4:0 in einer gewaltigen Druckphase der Gäste. Im Schlussabschnitt ging es fast nur noch auf das von Max Franzreb stark behütete Tölzer Tor . Mehr als zwei Anschlusstreffer ließ er nicht zu, während Manuel Edfelder für das 5:2 sorgte. Heute muss der neue Tabellenzweite wieder ran: Bei den Dresdner Eislöwen.

Artikel 1 von 11