Corona-Talk unter vier Augen

von Redaktion

Der Trainer und der Epidemiologe nähern sich an

München – Bayern-Trainer Hansi Flick hatte nicht damit gerechnet, dass eine Welle der Empörung über ihn hereinbrechen würde, nachdem er am Sonntag in Richtung Corona-Politik und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ungewohnt kritische Töne angeschlagen hatte. „Ich habe auf eine Frage vielleicht für mich sehr emotional geantwortet. Aber ich habe geantwortet nicht nur als Trainer des FC Bayern München. Sondern ich habe geantwortet als Familienvater, ich habe zwei Enkelkinder, ich war 23 Jahre Unternehmer, habe ein Sportgeschäft gehabt“, erklärte Flick am späten Montagabend. Er glaube, die Corona-Pandemie sei für alle eine wahnsinnige Belastung, aber auch eine sehr, sehr große Herausforderung: „Es nagt an uns allen, so ein bisschen müde wird man.“

Ein Anliegen des Trainers war es, auf den von ihm als „sogenannten Experten“ abqualifizierten Lauterbach zuzugehen: „Wie das Ganze so hochgeschwappt ist, vielleicht ist es auch mal ganz gut, dass ich mich persönlich mal mit dem Herrn Lauterbach abspreche. Persönlich meine ich, nur unter vier Augen und nicht irgendwo in einer Talkshow. Einfach mal am Telefon, um die Standpunkte zu erläutern.“

Flick bedauert zumindest die Kritik an der Person. Ihm wurde vorgeworfen, noch mehr Hass gegen Lauterbach zu schüren, der wegen seiner Warnungen vor den Folgen der Pandemie immer wieder hart attackiert wird. Gestern meldete der Politiker und Epidemiologe sich via Twitter und schlug ebenfalls versöhnliche Töne an: „Sehr gerne spreche ich mit Hansi Flick. Seine Kritik nehme ich sportlich. Verständlicherweise liegen bei vielen derzeit die Nerven blank. Aber nur zusammen können wir die vor uns liegenden Wochen meistern.“

Die Bayern-Verantwortlichen hoffen, dass die Corona-Aufreger nach den Impf-Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge, dem Covid-Rückflug von Thomas Müller und den Äußerungen ihres Trainers nun ein Ende finden werden. Flick meinte abschließend: „Der letzte Tag war extrem. Es ist auch so, dass bei mir einige Nachrichten, die auch mal ein bisschen böser sind, ankommen. Keine Frage, damit muss ich leben. Damit komme ich auch gut zurecht, damit habe ich kein Problem, weil ich zu meiner Meinung im Großen und Ganzen auch so stehe.“  bok

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