„Kaputt kaufen? Schafft kein Verein“

von Redaktion

In Gladbach bereitet man sich auf die Zeit nach Trainer Marco Rose vor

Mönchengladbach – Max Eberl hatte nach dem „Rose-Schock“ reichlich Redebedarf. Im grauen Kapuzenpulli hockte der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach lange mit der Führungsriege des Clubs zusammen, erst um 18.52 Uhr gingen im VIP-Raum „Bökelberg“ des Stadions die Lichter aus.

Auf der Agenda dürfte bei der abendlichen Sitzung einzig und allein die Frage gestanden haben, wie es weitergeht im Borussia-Park. Während für die Nachfolge von Marco Rose zahlreiche Namen wie Jesse Marsch, Gerardo Seoane oder Florian Kohfeldt gehandelt werden, stellen sich viele Fans unter anderem die Frage: Sollte der Coach nicht besser umgehend beurlaubt werden? Letzteres forderte die Dachorganisation der Gladbach-Fans in ihrer ersten Enttäuschung.

Einen solch harten Schnitt scheint Eberl aber bei aller Enttäuschung über das schnelle Ende des Projekts mit Rose zu scheuen – für heute um 9.30 Uhr hat die Borussia eine Pressekonferenz mit Eberl und dem Noch-Trainer angekündigt. Dann dürfte Eberl auch einen Einblick in den Stand seiner Trainersuche geben.

Einen echten Favoriten gibt es derzeit nicht. Durchaus denkbar wäre der Amerikaner Marsch, der seit 2019 als Rose-Nachfolger bei Red Bull Salzburg arbeitet und dort 2020 das Double holte. Auch der Österreicher Adi Hütter stammt aus der RB-Schule, ist derzeit aber in Frankfurt mehr als glücklich. Realistischer scheint da Gerardo Seoane vom Schweizer Meister Young Boys Bern.

Als zweite Baustelle muss Eberl den Kader anpacken, auch dort dürfte Bewegung entstehen. Es wird geunkt, Rose könne Florian Neuhaus, Denis Zakaria oder Marcus Thuram von einer Zukunft in Dortmund überzeugen. „Kaputt kaufen“ könne Dortmund die Gladbacher nicht, hatte Eberl betont. Das würde „kein Verein“ schaffen.

Fest steht: Im Borussia-Park würde auf Rose viel Gegenwind warten. Drei Monate bleiben, um für ein versöhnliches Ende zu sorgen. Ein perfekter Abschied wäre der Gewinn des DFB-Pokals, doch da steht in zwei Wochen erst einmal das Viertelfinale an. Gegen Borussia Dortmund. sid

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