Mehr Wolf-Spirit!

von Redaktion

Ex-Kapitän rückt als eine Art Manager nah ans (schwächelnde) Münchner Eishockey-Team heran

Augsburg – Michael Wolf ist zuletzt wieder oft beim Eishockey zu sehen gewesen – obwohl die Spiele ohne Zuschauer stattfinden mussten. Doch er ist aus seinem Wohnort Füssen angereist – ans Oberwiesenfeld oder vergangene Woche durchs Schneechaos nach Augsburg. Er trug EHC-München-Jacke, was legitim war, denn nach dem Ende seiner Spielerkarriere 2019 hatte man ihm angetragen, für den EHC als Scout ein Auge auf die Eishockey-Szene zu haben. Nun kehrt Wolf (40) in einer offiziellen Management-Position zurück zum Deutschen Meister der Jahre 2016 bis 18: Er assistiert ab sofort Christian Winkler, weil der für die gesamte Eishockey-Sparte im Red-Bull-Reich zuständig ist und auch in Salzburg präsent sein muss. „Teamentwicklung, Scouting. Planung“ – so benennt Winkler Wolfs Einsatzbereich.

Zeit hatte Wolf zuletzt ohnehin, weil das Schuhgeschäft seiner Familie in Füssen vom Lockdown im Einzelhandel betroffen war. Zudem war es naheliegend für ihn, sich in seinem Sport einzubringen; er war ihm schließlich so verbunden, dass er ihn sogar noch in allen Sommervariationen – Inline- und Skaterhockey – betrieb. Plus: Dem EHC fehlte es zuletzt am Michael-Wolf-Spirit. „Leading by example“, so hatte Trainer Don Jackson seinen Kapitän immer beschrieben: Als einen, der das gute Beispiel nicht predigt, sondern lebt. Sogar Dominik Kahun, inzwischen in der NHL etabliert, hatte auf seinen Nebenmann in der Kabine gehört.

Michael Wolfs künftige Rolle: Er wird wieder nahe an der Mannschaft sein. Die hat nach dem 5:2-Sieg am Montagabend in Augsburg erst mal frei, ehe es in den kommenden Trainingstagen um das Thema Überzahlspiel geht, wie Don Jackson ankündigte. Für das nächste Match (am Montag in Straubing) stehen ihm dann Neuzugang Andrew Ebbett und der wiedergenesene Maxi Kastner zur Verfügung. Mit ihnen geht es in die letzte Etappe der Süd-Runde der DEL: Noch sieben Spiele für den EHC, dem im bisherigen Saisonverlauf der Makel anhaftet, alle fünf Partien gegen die vor ihm liegenden Teams (dreimal Mannheim, zweimal Ingolstadt) verloren zu haben. Er gewann nur gegen die Viert- bis Siebtplatzierten. GÜNTER KLEIN

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