München – Wechselhafte Wochen für Jamal Musiala: Das 17-jährige Bayern-Juwel steht gleich vor zwei einschneidenden Ereignissen: Seinem 18. Geburtstag – und der Entscheidung, für welche Nationalmannschaft er künftig auflaufen wird. Sportlich allerdings muss Musiala aktuell eine kleine Durststrecke durchstehen.
Gegen Hertha BSC (1:0) und Arminia Bielefeld (3:3) saß der offensive Mittelfeldspieler jeweils 90 Minuten auf der Bank. Das verwunderte vor allem beim Remis gegen die Ostwestfalen, als in Halbzeit eins nur ganz wenig zusammenlief bei den Münchnern. Trotzdem wechselte Hansi Flick nur einmal, brachte Joshua Kimmich. Tags zuvor hatte der Bayern-Trainer noch erklärt: „Ich traue Jamal zu, dass er uns weiterhilft.“ Nicht wenige hatten Musiala sogar in der Startelf erwartet, schließlich fiel Thomas Müller wegen seiner Corona-Infektion aus. Doch im Moment kommt Musiala nicht mehr so richtig zum Zug. Selbst bei der sportlich zweitrangigen Club-WM hatte er nur zwei Kurzeinsätze. Der erfahrene Eric Maxim Choupo-Moting (31) hat dem Jungspund den Rang als Joker im Offensivbereich abgelaufen.
Zum Vergleich: Im November und Dezember hatte Musiala zwei Mal in der Startelf gestanden, war gegen Leipzig zudem früh eingewechselt worden und hatte eines seiner bislang drei Saisontore erzielt. Dass die Entwicklung nach solchen Höhenflügen bei einem 17-Jährigen auch mal leicht ins Stocken gerät, ist freilich kein Wunder.
Abseits des Rasens passieren außerdem genug spannende und womöglich zur Ablenkung beitragende Dinge. Musiala feiert am 26. Februar seinen 18. Geburtstag. An diesem Tag soll das Talent seinen ersten Profivertrag beim FC Bayern unterschreiben. Laufzeit: fünf Jahre. Gehalt: zwischen fünf und sechs Millionen Euro. Darin verankert sind erfolgsabhängige Bonuszahlungen, etwa für erzielte Tore.
Und dann muss Musiala in den kommenden Wochen auch noch entscheiden, für welche Nation er künftig auflaufen will. Die FA, der englische Fußballverband, und der DFB buhlen um den 17-Jährigen. Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff trafen sich in der Allianz Arena sogar mit Musiala und dessen Mutter. England-Coach Gareth Southgate gibt ebenfalls alles, um den Offensivspieler von einer Zukunft bei den Three Lions zu überzeugen.
Southgate hat Musiala demnach einen klaren Plan aufgezeigt, wie die nächsten Schritte aussähen. Im Gegensatz zum DFB sollen die Engländer Musiala nicht schon für die anstehenden Länderspiele Ende März ins A-Team berufen wollen, sondern das Bayern-Talent vorerst weiter für die U 21 einplanen. Auch bei Löw und Co. steht die Entscheidung noch aus, ob Musiala schon bald Teil des Teams wird. Alles wartet auf die Signale eines 17-Jährigen.