Flick gehen die Spieler aus

von Redaktion

München – Hansi Flick steht vor einem Personal-Puzzle. Es sind mehrere Positionen, die dem Cheftrainer des FC Bayern aufgrund der aktuellen Verletzungs- und Corona-Sorgen beim Rekordmeister erhebliche Kopfschmerzen bereiten dürften, die wohl kniffligste Entscheidung gilt es jedoch hinten rechts zu treffen.

Das positive Covid-Resultat bei Benjamin Pavard reißt eine erhebliche Lücke in die Hintermannschaft der Roten, die insbesondere mit Blick auf den kommenden Gegner der Münchner einer sensiblen Handhabung bedarf. In Frankfurt bekommen es die Bayern nämlich am Samstag mit Eintracht-Wirbelwind Filip Kostic zu tun, der in den vergangenen sechs Bundesliga-Partien auf acht Assists und zwei Tore kam. Wer stoppt denn jetzt den Super-Serben?

Insgesamt dürften Flick diesbezüglich drei Lösungsansätze im Kopf herumschwirren, so richtig ideal ist aber keiner von ihnen. Rein positionsspezifisch ist Bouna Sarr der angestammte Ersatz für den Rechtsverteidiger Pavard, gerade die Leistung des 29-jährigen Franzosen vergangenen Montag gegen Arminia Bielefeld (3:3) dürfte bei Flick jedoch nur bedingt positive Erinnerungen wecken.

Der Marseille-Neuzugang lieferte nicht nur eine durchweg unglückliche Partie ab, ihn traf zudem bei zwei Gegentoren der Ostwestfalen direkte Schuld. Deshalb wurde er folgerichtig in der zweiten Halbzeit für Joshua Kimmich ausgewechselt. Sarr gibt sich indes kämpferisch. „Stärke und Wachstum kommen nur durch kontinuierliche Anstrengung und Kampf. Gott liebt die Geduldigen“, schrieb er bei Instagram neben einem Foto, das ihn im Kraftraum zeigt. Ob Kampfansagen wie diese Flick von seinen Qualitäten überzeugen? Fraglich.

Schließlich gibt es weitere 1B-Lösungen für die Position des rechten Außenverteidigers. Eine wäre Niklas Süle, seines Zeichens zwar gelernter Innenverteidiger, in der laufenden Saison aber schon auf Abwegen unterwegs. Gegen Wolfsburg in Leverkusen sowie auf Schalke kickte der Nationalverteidiger rechts hinten und füllte die ungewohnte Rolle gut aus. Ob die 25 Jahre alte Abwehrkante sich dort erneut beweisen kann, hängt auch von Jerome Boateng ab. Nach dem Drama um seine Ex-Freundin ist der Abwehrspieler bereits am Sonntag wieder ins Training eingestiegen und wäre bereit für Frankfurt. Steht er bei der Eintracht nicht im Kader, würde Süle wohl in der Innenverteidigung benötigt.

Fragt sich nur, ob Flick gegen die starken Frankfurter (in der Liga seit Dezember ungeschlagen) auf Experimentelles oder doch Altbewährtes setzt. Die Rede ist natürlich von Joshua Kimmich, der die Rolle des Rechtsverteidigers nur zu gut kennt und wohl die mit am wenigsten risikobehaftete Option wäre. Zumal Leon Goretzka von Corona genesen ist und bei der SGE wieder eine Option auf der Sechs sein könnte. Oder sogar David Alaba, der diese Saison ebenfalls dort zum Einsatz gekommen ist und als erster Wellenbrecher gegen die flinken Adler fungieren könnte. Flick hat die Qual der Wahl.  lop

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