Cortina d’Ampezzo – Vier Medaillen. Vier! Wolfgang Maier könnte in eine leichte Euphorie verfallen, denn wenn er vor den alpinen Ski-WM gesagt hätte, „wir gewinnen vier Medaillen, hätten die Leute gesagt: Ja, spinnt der denn jetzt komplett!?“ Nein, auch der Alpinchef des Deutschen Skiverbandes (DSV) hat nicht erwartet, dass seine Mannschaft gleich vier Medaillen in Cortina d’Ampezzo gewinnt – er wäre schon mit zwei zufrieden gewesen. „Wir haben alle Erwartungen übertroffen“, sagte er.
Die Bilanz (3 x Silber, 1 x Bronze) ist die beste seit der WM in Schladming 2013. Sie ist das Resultat einer gewissenhaften Arbeit der Rennläufer, ihrer Trainer und seit 2018 auch eines Technologiezentrums in Berchtesgaden, an dem schlaue Köpfe darüber nachdenken, wie das Material verbessert werden kann. Das war vor allem wichtig für die Schussfahrer Kira Weidle, Romed Baumann und Andreas Sander – die sogar Gold nur knapp verpassten. Sein Speed-Team, lobte Maier, sei „sensationell“ gefahren.
Der Alpinchef räumte aber zugleich ein: „Man hat auch unsere Schwächen gesehen. Wo Licht ist, ist auch Schatten.“ Im Riesenslalom und im Slalom der Frauen „sind wir nicht konkurrenzfähig, wir haben massive Baustellen zu beheben, damit wir da wieder konkurrenzfähig sind“. Dazu braucht es auch Nachwuchs, doch: „Wir haben zwölf Millionen Skifahrer in Deutschland, aber nur wenige haben Zugang zum Leistungssport.“ sid