Das Plus des EHC: Effektivität

von Redaktion

Nur 21 Schüsse, aber fünf Tore zum Verlängerungs-Sieg in Straubing

Straubing/München – Am Donnerstag hat der EHC München ein Schlüsselspiel. Er muss beim ERC Ingolstadt antreten, gegen den er schon zweimal verloren hat. Die Münchner werden zum Oberbayern-Derby mit dem identischen Punkteschnitt und der nur etwas schlechteren Tordifferenz anreisen. 5:4 nach einer kurzen Verlängerung von 42 Sekunden gewannen sie am Montagabend in Straubing. In der Süd-Gruppe der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bleiben sie damit auf Rang drei – mit begierigem Blick auf Ingolstadts Platz zwei.

Der positive Posten in der Münchner Bilanz des Spiels am Pulverturm: Effektivität in der Offensive. „Zwei Chancen, zwei Tore“, bilanzierte EHC-Sportchef Christian Winkler das erste Drittel. „Da sind wir mit einem ziemlich blauen Auge rausgegangen“, sagte er. Und war bei der Kritik: Die Straubing Tigers, obwohl in der Krise steckend, brachten die Münchner in Bedrängnis. Sie ließen viel mehr Schüsse los als der EHC (insgesamt 69:40, aufs Tor 40:21), dessen Abwehrarbeit oft nicht entschlossen wirkte. Auch Torhüter Danny Aus den Birken hatte wieder einen Patzer: Zum 3:3 legte er dem Straubinger Sena Acolatse den Puck vor den Schläger.

Der EHC konnte eine 3:1-Führung (Tore durch Hager, Voakes und Schütz nicht halten), und nach Gogullas Tor zum 4:3 kassierte er das 4:4 und musste in die Verlängerung, In der jedoch war der EHC so abgebrüht, wie man ihn kennt: Chris Bourque traf im Spiel Drei gegen drei nach 42 Sekunden, da mussten die Kollegen nur noch zum Gratulieren aufs Eis.

Keine sechs Minuten mitwirken konnte Ethan Prow. Der Verteidiger, den der EHC nachverpflichtet hatte, bekam bei seinem ersten Wechsel einen mächtigen (aber regelgerechten) Check von Straubings Nationalpieler Marcel Brandt ab, seine zweite Schicht auf dem Eis geriet noch schmerzhafter. Ihn traf der Puck am Kopf, an dem Stückchen Ohr, das der Helm nicht abdeckt. Prow ging vom Eis – und kam an diesem Abend in Niederbayern nicht wieder. Ein weiterer Ausfall in der Münchner Abwehr – nach den verletzten Abeltshauser, Appendino, Zitterbart und Keith Aulie, der wegen eines Trauerfalls in der Familie gerade nicht da ist. Jakob Mayenschein, torloser Stürmer des EHC, wurde zum Verteidiger blitzumgeschult. Und er hatte gleich eine gute Defensivaktion, als er den Puck von der Linie kratzte. Vor allem aber musste Star-Verteidiger Zach Redmond immer wieder ran. Er kam auf 24:31 Minuten Eiszeit. Held der Arbeit. GÜNTER KLEIN

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