Kimmich soll Rechtsverkehr bremsen

von Redaktion

Flexibel wie einst Lahm: Flick erwägt, den Sechser auf die Außenbahn zu schieben

VON JONAS AUSTERMANN

München – Zwei Spiele hat der FC Bayern als Clubweltmeister bestritten, es hagelte dabei gegen Arminia Bielefeld (3:3) und Eintracht Frankfurt (1:2) satte fünf Gegentore. So richtig wohl fühlten sich die Münchner Gegner zuletzt auf der linken Offensivseite, denn weder Bouna Sarr noch Niklas Süle vermochten den Covid-Patienten Benjamin Pavard adäquat zu ersetzen. Vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Lazio Rom (heute, 21 Uhr, Sky) stellt sich die Frage: Zieht Hansi Flick jetzt den Joker?

Dieser trägt den Namen Joshua „Jo“ Kimmich und kann – wie einst Philipp Lahm – die Positionen als Rechtsverteidiger und defensiver Mittelfeldspieler auf allerhöchstem Niveau ausfüllen. Flick wollte sich am Tag vor der Partie noch nicht in die Karten schauen lassen. „Die Überlegung, wie wir spielen, ist noch nicht zu 100 Prozent abgeschlossen“, sagte der Bayern-Trainer vor dem Abflug nach Rom: „Es kann durchaus sein, dass Joshua auf der rechten Seite spielt. Das sind Dinge, wir uns noch mal durch den Kopf gehen lassen und morgen entscheiden.“ Befeuert wurde dieses Gedankenspiel durch die Tatsache, dass Niklas Süle im Abschlusstraining fehlte. „Er war angeschlagen, deshalb haben wir ihm einen Pflegetag verschrieben“, sagte Flick. Am Nachmittag stieg Süle aber mit in den Flieger in Richtung Italien.

Aus sportlicher Sicht trat Flick diese Reise trotz der beiden jüngsten Liga-Patzer keinesfalls mit einem mulmigen Gefühl an. „Ich will keine Ausreden suchen, aber wir wissen, was in den letzten Tagen alles passiert ist“, sagte der Bayern-Trainer mit Blick auf die vier Corona-Fälle und die enorm hohe Belastung. „Wir haben eine Idee, Fußball zu spielen. Die möchte ich jetzt wieder von der ersten Minute an sehen.“ Nur wenige verkörpern den aggressiven Pressing-Stil so sehr wie Leon Goretzka. Umso erfreulicher ist es für Flick, dass sich der robuste Mittelfeldmann nach seiner Corona-Infektion gegen Frankfurt zurückgemeldet hat. Goretzka und Javi Martinez wurden vor der Rückkehr umfangreichen Untersuchungen unterzogen. In Frankfurt musste Goretzka schon zur Pause ran – und damit länger als die geplanten 30 Minuten. „Er hat das gut durchgestanden und wird gegen Lazio von Anfang an spielen“, sagte Flick.

Während Goretzka mit einer Krankheit zu kämpfen hatte, zeigte die Formkurve von Super-Bubi Jamal Musiala, 17, zuletzt aus anderen Gründen nach unten. Mal ging’s um einen neuen Vertrag, mal um die Entscheidung, ob erfür Deutschland oder England spielen wird. „Die letzten Wochen waren relativ viel für ihn. Es war viel Trubel um seine Person“, sagte Flick. Im Training und im Club-WM-Finale habe er nicht die übliche Leistung gebracht. „Er ist aber wieder auf einem guten Weg und für morgen ein Thema“, so Flick.

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